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Diese Projekte wurden in den vergangenen Schuljahren vom Förderverein unterstützt:






Aktuelle Projekte

Autorenbegegnung mit Tobias Elsässer 2014

Ein erfolgreicher Autor, der eine Zeitlang nicht nur schlechte Noten in Deutsch hatte, sondern sogar mal eine Klasse wiederholte – da staunten die Schüler nicht schlecht. Die Fördervereine der Zellerschule und des Otto-Hahn-Gymnasiums hatten in bewährter Kooperation Tobias Elsässer zur Autorenbegegnung eingeladen, die die rund 70 Zellerschüler der Klassen 9 und 10 und in einer zweiten Einheit eine Gruppe aus den Klassen 8 und 9 des OHG von der ersten Minute an begeisterte. Locker plauderte der 41Jährige über die beiden Jahre des Tourens mit seiner früheren Band in den 1990er-Jahren, die harten Bedingungen im Showbizz, über seinen Jugendtraum, Koch zu werden, weil seine französische Mutter so gut kochte, um dann die ersten Passagen aus dem Buch „Für niemand“ zu lesen. In einem geschlossenen Chatroom verabreden sich Nidal, Sammy und Marie, die unter der Monotonie ihres Lebens, ihrem Anderssein und Mangel an echten Kontakten leiden, um einen gemeinsamen Selbstmord zu planen, ihre Coolness wie einen Schutzschild gegen die Einsamkeit gebrauchend - und werden dabei von einem anonymen Dritten im Netz beobachtet.
Die große Kunst Elsässers, dessen Bücher in der Schweiz zum Schul-Literaturkanon gehören, besteht darin, auch schwierige Themen gerade für die Zielgruppe der 13- bis 18Jährigen jugendgerecht aufzubereiten und damit die jugendlichen Leser in den Bann des Mediums Buch zu ziehen. So auch mit dem bereits verfilmten „Ab ins Paradies“, in dem sich der Autor aus der Sicht seines jugendlichen Protagonisten dem (Tabu-)Thema Tod auf eine eher leichte Art nähert. Dem Wunsch seines Großvaters entsprechend, gräbt Fabian nachts dessen Urne aus, um sich trampend auf den Weg zur Nordsee zu machen, nachdem er eine mit Sand gefüllte Keksdose zurückgelassen hat. Von der verrückten Alice aufgelesen, legt der Teen in dem literarischen Roadmovie nicht nur den gemeinsamen Weg auf den Straßen zurück, sondern die beiden entwickeln dabei eine Beziehung der ganz besonderen Art.
Viele seiner Stoffe, so verrät Elsässer, entstammen eigenen Erlebnissen und Beobachtungen, auch auf Reisen. Ausgehend von einer Grundidee, erarbeite er zunächst die Figuren, ihre Charaktere, ihre Lebensumstände: „Ich gehe mit meinen Figuren wie ein Freund um“, und oft probe er die Stimmigkeit von Szenen auch in Zusammenarbeit mit Schauspielern – wie die Schüler in eingespielten Videos sehen konnten. Dabei macht sich der erfolgreiche Autor und Preisträger des Deutschen Literaturfonds nicht von Trends abhängig oder schielt nach Auflagezahlen, sondern will vor allem sich selbst treu bleiben. Diese Authentizität kam auch bei den Nagolder Schülern besonders gut an. Schmunzelnd gibt Elsässer, der auch als Songwriter tätig ist, zu, dass er ab und zu mit der sprichwörtlichen Muse ringe, weil Schreiben große Selbstdisziplin erfordert, oder dass er über eben seine Zeit mit der „Boygroup“ 2004 einen besonders peinlichen Erstling geschrieben habe. Derzeit ist sein 14. Buch in Arbeit, doch inzwischen kann der Thriller „ONE“(2013) sogar gratis im Internet runtergeladen werden. Die zwei rund 90-Minuten-Einheiten vergingen wie im Fluge, und die Rechnung der beiden Fördervereine ist sicher auch im nunmehr fünften Jahr des Projektes Autorenbegegnung wieder aufgegangen, nämlich die Generation Smartphone und Twitter für das Medium Buch zu begeistern. (Barbara Rennig)

Sozialpreis 2013

Zum nunmehr neunten Mal wurde der vom Förderverein OHG e.V. ausgelobte und finanziell getragene Sozialpreis vergeben, der Schüler aller Klassenstufen für ihren besonderen Einsatz um Schul- und Klassengemeinschaft und soziales Miteinander würdigt. Hier eine Zusammenfassung, die ungekürzten Texte sind auf der OHG-Homepage veröffentlicht:

Für die Unterstufe wurde Jannis Lutz ausgezeichnet, für sein Engagement als Unterstufensprecher, als Mitorganisator des Fünferfests und der Unterstufenparty, als Vermittler bei Differenzen innerhalb und außerhalb der Klassengemeinschaft.
Einen Sonderpreis für die Unterstufe erhielten Mathilda Waidelich und Sarah Holla. Mathilda kümmerte sich mit Geduld und viel Verständnis um einen neuen Mitschüler, der im laufenden Schuljahr aus verschiedenen Gründen von einer Parallelklasse in ihre Klasse versetzt wurde. Außerdem hat Mathilda mit ihrer positiven Art viel zu einem schönen und entspannten Klassenklima beigetragen, in dem alle sich wohlfühlen.
Sarah engagierte sich für die aktive, nicht nur sprachliche sondern auch soziale Integration einer neuen Mitschülerin, die mit vielen Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Mittlerweile sind aus den beiden Mädchen Freundinnen geworden. Dieses Engagement hat viele Mitschüler sehr beeindruckt, so dass sie Sarah mit ihrer Nominierung ein dickes Lob aussprachen.

Der Sozialpreis für die Mittelstufe ging an Joanna Zvonar, die sich als Neu-Mitglied des Schülerrats aktiv in die Organisation des Fünferfests und der Nikolausaktion einbrachte und außerdem nach den Sommerferien den Nagolder Jugendgemeinderat verstärkt.
Den Sozialpreis für die Oberstufe erhielt Johannes Dengler für sein Engagement im Sportausschuss der SMV und als Fünferpate. Hier ist er nicht nur bereit, mitzuhelfen, sondern packt mit Knowhow und Organisationstalent zuverlässig immer da an, wo er gebraucht wird, und opfert der Schulgemeinschaft einen guten Teil seiner Freizeit.

Außer dem Sonderpreis, der für die Unterstufe an Mathilda Waidelich ging, gab es in diesem Schuljahr zwei weitere Sonderpreise:
Für das Orgateam des Sponsorenlaufs wurden Annalena Hamann (KSII), Tim Hamann, Johannes Dengler und David Rexer (alle Klasse 10) ausgezeichnet. Außer dem Sponsorenlauf, haben die Jungs des Teams noch ein Fußball- und ein Volleyballturnier auf die Beine gestellt. Schon eine solche Veranstaltung zu stemmen, erfordert ein Höchstmaß an Koordination, vor dieser Leistung kann man nur den Hut ziehen!
Für ihre Zivilcourage wurde Juliane Adam aus Klasse 6 ausgezeichnet, die mutig eingriff, als sie auf dem Heimweg mit zwei Freundinnen Zeugin wurde, wie in ein jüngerer Schüler der Zellerschule drangsaliert und geschlagen wurde. Mutig griff sie ein, stellte den Aggressor zur Rede und versuchte, das Opfer zu schützen, während die Freundinnen ihre Klassenlehrerin zu Hilfe holten. Die Situation entschärfte sich daraufhin. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden Juliane und eine der Freundinnen selbst von dem Angreifer tätlich angegangen. Dank der Zusammenarbeit der Lehrer beider Schulen, werden solche Probleme nun gemeinsam aufgearbeitet, was dazu führt, dass weitere Eskalationen vermieden werden.
Barbara Rennig

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Beitrag des Fördervereins zur Festschrift zum 40jährigen Jubiläum des OHG

Den Beitrag des Fördervereins zur Festschrift finden Sie hier.

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Oberstufeninfotag im März 2013

Bereits zum vierten Mal führte der Förderverein des Otto-Hahn-Gymnasiums im März 2013 einen Informationstag für Oberstufenschüler durch. Doch zum ersten Mal kamen die meisten Studenten, sogenannte Studienbotschafter, von sich aus auf das OHG zu, denn vier von ihnen hatten dort Abitur gemacht und wollten ihr Wissen nun an die jüngeren Schüler weitergeben. Über dieses Engagement freuen sich die Mitglieder des Vorstands des Fördervereins, die wieder einmal eine sehr gute Veranstaltung auf die Beine gestellt haben. Folgende Universitäten, Hochschulen und Einrichtungen waren vertreten: Europa-Universität Viadrina, Universität Tübingen, Technische Universität München , HFWU Geislingen, Hochschule Esslingen, Duale Hochschule Mannheim, SRH Hochschule Calw, Coaching4 Future, Arbeiterkind.de - Ortsgruppe Tübingen - sowie der entwicklungspolitische Freiwilligendienst weltwärts. Unter anderem erfuhren die anwesenden Schüler, dass sie an dem neueingeführten Test BEST, einem differenzierten Entscheidungstraining für Schülerinnen und Schüler, teilnehmen können. Dies war nur eine der Neuigkeiten und Insider-Informationen, die die vier Studienbotschafter von "Gscheit studiert" im Gepäck hatten. Kurzen Präsentationen der Studenten folgten ausführliche Einzel- oder Gruppengespräche, die keine Fragen der OHG Schüler offen ließen. Sei es zu Bafög, Stipendien oder auch zu der spannenden Frage woher man wissen soll, was man am besten studiert, welcher Beruf zum einzelnen passt. "Durch Gespräche mit Freunden, die einen oftmals besser kennen als man selbst", ist die einfache Auskunft eines Studienbotschafters, der sich nach Rückmeldungen seiner Freunde für ein BWL-Studium mit Fachrichtung Industrie entschied. Den Unterschied zwischen einer Universität und einer Hochschule kann man ganz einfach erklären. Auch das wussten die Studenten anschaulich zu vermitteln: An der UNI beschreibt man lange und detailliert eine Tür, bevor man diese öffnet und hindurchgeht. An der Hochschule öffnet man einfach die Tür und geht hindurch. Gespickt mit kleinen Anekdoten aus dem Studentenleben, u.a. warum man besser keine Vorlesung schwänzen sollte, waren die Gespräche mit den Studenten kurzweilig und dennoch sehr informativ für die anwesenden Schüler und Eltern. (Jutta Palzhoff)

Start-Up 2012

Eine tolle Aktion, um den Förderverein unter den "neuen" Eltern der 5ten Klassen bekannt zu machen. Erstmalig gabe es in diesem Schuljahr einen Wettbewerb, welche 5te Klasse es schafft, in den ersten drei Monaten die meisten neuen Mitglieder für den Förderverein zu stellen.
Gewonnen hat die Klasse 5a! Herzlichen Glückwunsch! Mehr Infos hier.

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Autorenbegegnung mit Christoph Wortberg in OHG und Zellerschule

Die sprichwörtliche Chemie stimmte von der ersten Sekunde an, und man hätte fast die berühmte Stecknadel fallen hören können, als der Schauspieler und Drehbuchautor Christoph Wortberg aus Köln 64 hoch motivierte Schüler der Klassen 9a, 9b und 10 der Zellerschule locker in ein Gespräch über Köln, den Fußball, sein früheres Mitwirken in der „Lindenstraße“ verwickelte und seine Arbeit als Jugendbuchautor vorstellte.

Auf Einladung der Fördervereine der Zellerschule und des OHG war Wortberg zu einer Autorenbegegnung nach Nagold gekommen. Für insgesamt fünf Klassen beider Schulen war das ein Vormittag, der lebhafte Spuren hinterlassen wird. „Kennt ihr Köln?“ „Will jemand von Euch Schauspieler werden?“ fragte Wortberg zum Beispiel in die Runde, plauderte über seinen Weg vom Schauspieler und Regieassistenten zum Drehbuchautor, merkte sich binnen kurzem viele Namen seiner jugendlichen Gesprächspartner, und ehe sie sich’s versahen, diskutierten sie bereits über Cover, Klappentexte oder darüber, was einen guten Krimi ausmacht. Damit, dass er unter anderem Drehbücher für „Der letzte Bulle“ schreibt, konnte Christoph Wortberg beim jungen Publikum zusätzlich punkten, ehe er aus „Die Farbe der Angst“ einige Stellen vorlas. In diesem Jugendroman zum Thema Mobbing wechseln Tagebuch-Einträge eines Ich-Erzählers als Rückblende immer wieder ab mit dem Jetzt-Geschehen: Eine Kommissarin sucht die Hintergründe des Todes eines Jugendlichen zu beleuchten, wobei die Gang um „Ratte“, „Hamster“ und „Meerschweinchen“ eine wesentliche Rolle spielt. Sehr spannend für sein junges Publikum hielt Wortberg schon nach wenigen Abschnitten des ersten Kapitels inne, ließ die Schüler über den möglichen weiteren Verlauf der Handlung spekulieren oder darüber, welche Personen sich hinter den Nicknames verbergen, ehe er mit weiteren Passagen Lust darauf machte, sich mit dem Buch noch intensiver zu beschäftigen. In Windeseile vergingen die eineinhalb Stunden, für die die Schüler, bereichert durch viele Impulse, mit lautem Beifall dankten.
Zwei neunte Klassen des OHG hatten sich mit ihren Lehrern Peter Gauly und Werner Lösch bereits mit „Die Farbe der Angst“ beschäftigt, und so konnten sie Christoph Wortberg gleich Rückmeldungen geben über ihre Leseeindrücke. „Wie gefällt euch die Sprache des Buches? Findet ihr den Ton getroffen?“ wollte Wortberg wissen.
„Auf jeden Fall besser als Wilhelm Tell!“, war eine überraschende Antwort, die entspanntes Gelächter hervorrief. Auch im Gespräch mit den Gymnasiasten wusste Christoph Wortberg sein Publikum von Anfang an zu fesseln und hineinzuziehen in Themen, die den Nerv der Teens trafen, als er mit Ausschnitten aus seinem jüngsten Jugendroman „Dieser eine Moment“ dessen Protagonisten Jan vorstellte. Wie nahe da schon zu Beginn Glück und Unglück beieinander liegen, sich Umstände verketten, ließ Schüler und Autor nicht nur darüber diskutieren: Wer ist schuld?, sondern ebenso darüber, wie glaubhaft „Zufälle“ in einer Story für den Leser seien. Einzelne Passagen lesend, entwickelte Christoph Wortberg auch hier mit den Jugendlichen Vermutungen über weitere mögliche Handlungsstränge – „Seht ihr, so funktioniert Schreiben!“ – und verriet im Plauderton, wie er recherchiert, Ideen notiert, einen Plot bearbeitet oder wie lange er fürs Schreiben eines Buches braucht.

Zweifellos kam diese lebendige Begegnung mit einem „Autor zum Anfassen“ bei allen Schülern bestens an. Wieder einmal eine gelungene Kooperation beider Schulen und Fördervereine, die inzwischen schon Tradition hat. Die Rechnung, Jugendliche auch im Internet-Zeitalter fürs Lesen zu gewinnen, dürfte nach dieser begeisternden Autorenbegegnung mehr als aufgegangen sein. (Barbara Rennig)

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Autorenbegegnung mit Selim Özdogan

Dass ein sehr erfolgreicher Autor nur 8 Prozent eines verkauften Buches als Einnahme hat, also ungerechnet einen Euro, und trotzdem seine Arbeit „als die schönste, die man haben kann“ beschreibt, verwunderte die Schüler der Klassen 9 und 10, die sich mit ihren Lehrerinnen Eva Meßner und Wiebke Philippi auf die Begegnung mit dem Autor Pete Smith vorbereitet hatten, die der Förderverein des OHG und der Förderverein der Zellerschule vernetzend durchführten, um jungen Leuten wieder mehr Lust aufs Lesen zu machen. Und diese Zusammenarbeit hat schon fast Tradition.
„Sly“ alias Sylvester, der 15jährige Ich-Erzähler in „Arm sind die anderen“(erschienen 2011), erlebt im Schneerieseln der Nacht vor Heiligabend wieder einmal, wie es in der „Regebogensiedlung“ am Rande der Großstadt zugehen kann. Zwar macht er sich mit seinem Kumpel Agi „auf Tour“ durchs Frankfurter Bahnhofsviertel, doch wird er beim Heimkommen in der Nacht böse überrascht von einer Nachricht, die seine depressive Mutter auf den Spiegel geschrieben hat: „Ich kann einfach nicht mehr“. Sly ist zwar gewohnt, dass er mit der Mutter, dem dementen Großvater, seinen drei jüngeren Geschwistern auf engem Raum zusammenwohnt, dass die Mutter mit ehemals guter Ausbildung einfach immer wieder an die „falschen Typen“ gerät, denen auch mal „die Hand ausrutscht“, dass Eis essen oder Kino im engen Familienbudget schon länger Fremdworte sind. Er übernimmt eine große, frühe Verantwortung für die Geschwister mit – alle von verschiedenen Vätern: „cheater“ (also Blender, Betrüger) in Slys Augen. Ein permanenter Zwiespalt für den Jugendlichen, der einerseits die „Rolle der Supernanny“ für die Geschwister spielt, seine Mutter schützen mag, sich andererseits aber ausgegrenzt fühlt vor anderen. „Jeder Monat gleicht einer Ampel“ – und die ist „jeden Tag über den 20. des Monats eine Zumutung“, und eine kaputte Waschmaschine bedeutet für die große Familie schlichtweg eine Katastrophe, zumal die zuständige Sozialstelle der Mutter anrät, sie könne doch per Hand waschen...
Nach einer ersten Phase des Lesens und Eintauchens ins Buch hatten die Schüler gleich sehr vielfältige, unterschiedliche Fragen an den Autor, auch zu seiner Arbeit. Und Pete Smith gab gerne Auskunft darüber, wie er zu seinen Themen kommt, wie Schriftsteller arbeiten, wie er selbst sich per Notizbuch einem kommenden Stoff nähert, was mit einem Manuskript bei einem Verlag passiert und warum er (übrigens bisher 14) Bücher überwiegend für die Zielgruppe Jugendlicher geschrieben habe. Dass Pete Smith, vor kurzem preisgekrönt für ein Manuskript eines „Erwachsenen-Romans“, so offen, persönlich und „greifbar“ im Gespräch war, schätzten auch die Gymnasiasten der anschließenden Einheit, begleitet von Annette Wörner; Jens Brandt (die den Stundenplan auf die Autorenbegegnung umgestellt hatten) und Werner Lösch. Den Acht-Klässlern des OHG bot Pete Smith Kostproben aus „ So voller Wut“ dar, die Entwicklung einer radikalen Aktion, mit der Jasmin „ Ich mach’ das jetzt“ im Network wahre Aktionen hervorruft, die aber von ihr nicht gemeint sind – fatal. Und daneben gibt es noch „Ronin“, den anonymen, einsamen Krieger, der sich immerfort via IT wieder einschaltet ins Geschehen. Die Schüler wollten natürlich wissen: Was passiert schließlich? Doch das ließ der Autor offen.
Und signierte er gerne Karten für die Schüler.
Wieder mal eine wunderbare Zusammenarbeit der Fördervereine der Zellerschule und des OHG, und „junge Menschen aktiv fürs Lesen zu begeistern“ geht auf: insgesamt über 120 wache, aufmerksame, junge Menschen voller Fragen zu einem leibhaftigen Autor sprechen für sich und für das Engagement des Fördervereins.
Barbara Rennig, 14.11.12

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Pete Smith

Whow! Da staunten die Schüler nicht schlecht: Ein Mensch, der ohne Handy, Fernseher und Auto lebt – und das sogar locker und gut gelaunt?
In der Reihe der Autorenbegegnungen, die vom Förderverein OHG e.V. getragen werden, war im Otto-Hahn-Gymnasium diesmal Selim Özdogan zu Gast, der sich perfekt auf sein jugendliches Publikum einstellte. Nicht umsonst hat der vielseitige Kölner Autor ein Händchen für die Jugend, leitet er doch seit Jahren auch Schreibwerkstätten in Schulen. Rund die Hälfte der OHG-Schüler der Klassen 8a und 8b hatten sich mit ihren Lehrerinnen Gabriele Jäger und Sabine Linkenheil bereits mit der Lektüre von Kurzgeschichten Özdogans auf die Begegnung vorbereitet und nutzten natürlich auch die Gelegenheit, den Autor mit Fragen zu löchern. Doch zuerst führte die noch nicht veröffentlichte Kurzgeschichte „Töten.Hören.Leben“ mitten hinein in das eher triste Leben eines Jugendlichen, der in einer Lokomotive auf dem Spielplatz Ruhe vor dem häuslichen Chaos sucht. Als Philipp Anna kennen lernt, geht „eine Sonne, in der man zusammen wohnen konnte“, für ihn auf, und er zeigt ihr sogar seinen geheimen Zufluchtsort. Doch bricht für ihn eine Welt zusammen, als er in Annas Zuhause nicht nur mit ähnlichen Umständen konfrontiert wird wie jenen, vor denen er sich zu schützen sucht, sondern er fühlt sich verraten. Und er tötet, da er nicht weiß, wohin mit seiner Wut, seinen Hamster...
Weil dieser radikale Schluss des Textes irritierte, führte der Autor die Schüler hinterfragend nochmals in die Situation, die Gefühle und Gedanken Philipps und den möglichen Grund für die scheinbar unverständliche Tat.
Natürlich wollten die Schüler wissen, wie Selim Özdogan zu seinen Themen kommt und wie lange er an einem Text arbeitet. Dass ein Plot über mehrere Monate reifen müsste, ehe er den Text, oft per Hand, niederschreibe, erklärte der Autor seinen jugendlichen Zuhörern. Schreibblockaden? Nein, die kenne er nicht – und gab gleich eine kleine Lektion in „positivem Denken“: „Eine Blockade wird dann schlimm, wenn du daran glaubst!“
Die Märchen seiner Kindheit seien sein Zugang zum Klang der Worte und seine Inspirationsquelle (gewesen), verriet Özdogan den Schülern. Deshalb habe er es schwer, die Frage nach dem persönlichen Lieblingsbuch zu beantworten. „Mein Thema sind die Dinge des Alltags, die einem oft eher entgehen“, so der Autor und gab im Text „Zuhause bleiben“ eine weitere Kostprobe seiner Arbeit, die inzwischen 22 Bücher und unzählige Kurzgeschichten umfasst. In „Rezept“ ist von der Gier nach Geld die Rede, die Menschen von innen auffrisst, während „Einkaufen“ das Erleben von Nähe zwischen Vater und Sohn zum Thema hat, die sich lange nicht mehr gesehen haben und ihre Verbundenheit in einer zu grellen, zu lauten Einkaufswelt neu finden.
Man werde eher gefragt: Warum kaufst du dies und jenes nicht?, sinnierte Özdogan, statt: Warum konsumierst du?
Lebendig gestaltete sich der Dialog zwischen Schülern und Autor, immer wieder unterbrochen von kurzen Exkursen oder gelesenen Texten. Mit der Wahl der Ich-Form in Erzählungen fühle er sich nahe am Leser, verriet Özdogan seinem jugendlichen Publikum, das natürlich auch die Gretchenfrage stellte. Die Grundidee von Religion, so Özdogan, seien Regeln für ein besseres Miteinander, und er sei gläubig, weil er an Dinge jenseits der menschlichen Wahrnehmung glaube – aber nicht religiös. Und schließlich mag er ungern das Bild bedienen, „das in den Köpfen anderer entsteht“. Gerne nutzten die Schüler die Chance der Begegnung mit einem Autor„zum Anfassen“, um noch viele weitere Fragen zu stellen. Und sicher ist die Zielsetzung der vom Förderverein getragenen Veranstaltungen wieder einmal aufgegangen: nämlich den Schülern Freude am Umgang mit Literatur zu vermitteln und Lust an der Beziehung zum geschriebenen Wort zu machen.
Barbara Rennig, November 2012

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Sozialpreis 2012

Bes(ch)wingt durch fetzige Klänge der OHG-Junior-Bigband unter Ralf Brauer starteten eine ganze Reihe von Schülern des Otto-Hahn-Gymnasiums im Kubus in den letzten, für sie ganz besonderen, Schultag vor den Sommerferien.
Zum nunmehr achten Mal wurde der damals von Eltern initiierte und vom Förderverein des OHG ideell wie finanziell getragene Sozialpreis für besonderes Engagement in Schulgemeinschaft und menschlichem Miteinander verliehen. Äußerst gut gelaunt eröffnete Schulleiter Walter Kinkelin die festliche Veranstaltung, fungierte daneben als Conférencier und erinnerte zunächst an die Grundidee des Preises. Im Leitbild der Schule seien nicht nur das Zusammenspielen von Wissens-und Persönlichkeitsbildung fest verankert, sondern auch die Förderung von mitmenschlichen Werten wie Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Toleranz, wobei soziales Engagement, Übernahme von Verantwortung in der Gemeinschaft und Zivilcourage ausdrücklich gefördert und unterstützt würden. So konnte Kinkelin gleich einen sozialen Sonderpreis an Ayse Öngel, Kursstufe 1, und Paul Schneider, Klasse 9, überreichen, die sich neben ihren schulischen Verpflichtungen - so Laudatorin Angelika Dengler - besonders um Grundschüler der Zellerschule bemühten: Seit einem halben Jahr setzen sich die beiden begeisterten VfL-Basketballer ehrenamtlich im „Basketballtraining für Minis“ ein und haben sechs-bis 12jährige Schüler dabei so nachhaltig motiviert, dass zwei Drittel von ihnen weitermachen wollen.
Als Jutta Palzhoff, 2. Vorsitzende des Fördervereins, zu ihrer Würdigung für die Sozialpreisträger der Oberstufe ansetzte, füllte sich die Bühne zusehends: Gleich acht Preisträger wurden für ihr Engagement um das Projekt „Schule als Staat“ (SaS) gewürdigt, das in der vorletzten Schulwoche zum zweiten Mal seit 2005 durchgeführt wurde und bei dem sich die Schulräume zum Staat „Chaponesien“ Kapaun- bzw. Hahn-Land) verwandelten. Seit Dezember 2010 hatte das Team um Olivia Binder („die Mutter der Idee von Schule als Staat“, so Palzhoff), Alexander Hauser, Annalena Hamann, Tilman Hauk, Wolfgang Köbele und Tizian Wenzel, alle Kursstufe 1, unermüdlich an der Planung und Realisierung des Projektes gewirkt, unterstützt von Carl Postelmann und Dana Tran aus der Klasse 10. Dabei habe das Team, so Palzhoff, wahre Größe gezeigt, sich auch von Anfeindungen oder Schwierigkeiten nicht in die Knie zwingen lassen und „SaS“ gemeinsam zu einem gigantischen Erlebnis für die ganze Schulgemeinschaft gemacht. Im preisgekrönten Team konnte die Laudatorin nicht nur einzelne Sozialpreisträger der vergangenen Jahre (wieder)begrüßen - was für deren unermüdliches Wirken für die Gemeinschaft spricht -, sondern sie lobte ebenso Tilmans und Tizians geradezu professionellen Einsatz und ihre Brillanz als Verantwortliche der Verfassungsgebenden Versammlung.
Werner Krönlein, ehemaliger Pädagoge am OHG, zeichnete die 7.Klässlerin Jana Röhm aus, die als Unterstufensprecherin mit viel Gespür für Probleme der Nächsten gewirkt habe. Lisa-Marie Spletzer, Klasse 8, würdigte der frühere Deutsch- und Französischlehrer als einen Menschen, der von Mitschülern zwar als „zierlich, klein und leise“ beschrieben werde, aber mit der seltenen Gabe der Zivilcourage gesegnet sei und sich „handeln statt reden“ auf die Fahnen geschrieben habe.
Nach musikalischen Einlagen des Kammermusikensembles unter Leitung von Georgia Penz konnte Schulleiter Kinkelin zahlreiche weitere Preise vergeben: Für erfolgreiche Teilnahme bei „Jugend musiziert“, „Jugend forscht“ beziehungsweise „Schüler experimentieren“ (Unterstufe), Preise in Chemie und Mathe, darunter Teilnehmer des „Känguru-Wettbewerbs“.
Um zu demonstrieren, dass es dabei in Aufgaben für logisches Denken um den Sprung nach vorne geht, setzte der Schulleiter mal eben zum Känguru-Hüpfer an...
Wie alle Preisträger erhielten auch die Sieger des Vorlese-Wettbewerbs, aus „Jugend debattiert“, von "Akku pro" (ältere Schüler unterstützen Grundschüler beim Lernen) sowie elf Knigge-Mentoren, die auch außerhalb des OHG mehrfach in anderen Schulen und Bildungseinrichtungen im Einsatz waren, aus der Hand von Jutta Palzhoff und Elke Gerwig-Ganter „Otto le coc“, einen gebackenen Hahn.
Last, but not least wurden rund 40 Absolventen der international anerkannten Prüfung DELF (diplôme élémentaire de langue francaise) gewürdigt, deren Teilnahme vom Förderverein gesponsert worden war.
Eine unzählige Reihe von strahlenden Preisträgern, blendende Stimmung – was könnte besser für das gute Miteinander und die Lebensfreude sprechen, die im OHG auch im vergangenen Schuljahr vermittelt und gelebt wurden?
Barbara Rennig

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Neue Generation der OHG-Knigge-Mentoren besteht Feuertaufe in Stuttgart

Gleich zwei Mal kamen im April Zehntklässler des Otto-Hahn-Gymnasium Nagold in Stuttgart in den Räumen der Deutschen Bank als Knigge-Mentoren zum Einsatz. Große Unterschiede kennzeichneten die beiden Seminare. Die erste Gruppe setzte sich aus 20 Schülern aus 10 Stuttgarter Hauptschulen zusammen. Jeweils zwei Schülern pro Schule wurde durch die Evangelische Gemeinschaft Stuttgart die Teilnahme ermöglicht. Im Rahmen des Berufsvorbereitungsprogramms und zum Teil begleitet von ihren Paten, kamen 20 Hauptschulabgänger zwischen 15 und 19 Jahren, unterschiedlicher Nationalitäten mit klopfenden Herzen in das Gebäude in der Theodor-Heuss-Straße. Auch die Mentorinnen Jana und Franziska wussten nicht, was auf sie zukam. Sie wurden unterstützt von Birgit Gnerlich, die zusammen mit ihrer Kollegin Maren Brieger vonseiten der Deutschen Bank das Projekt betreuen. Begleitet wurden sie von Jutta Palzhoff vom Förderverein Otto-Hahn-Gymnasium Nagold. Nach einer schwerfälligen Vorstellungsrunde, bei der sich die Seminarteilnehmer hinter ihren unzulänglichen Deutschkenntnissen zu verstecken suchten, wurde jedoch alsbald die Atmosphäre lockerer. Spätestens als Franziska bei einem improvisierten Vorstellungsgespräch bei der Deutschen Bank ihr Gegenüber mit den Worten überraschte: "Was, nur 30 Tage Urlaub im Jahr! - Dann muss ich mir das Ganze nochmal überlegen", - war den Schulabgängern klar, dass der Spaß an diesem Tag nicht zu kurz kommen würde. So wurden eifrig Krawatten geknotet, Bandnudeln mit der Gabel mit der linken Hand aufgerollt und bei Rollenspielen und Quiz allerhand wissenswertes vermittelt. Die 20 Teilnehmer wissen nun, wie man sich selbst und andere vorstellt, wie man richtig durch eine besetzte Reihe im Kino oder Theater geht (womit sie zu einer kleinen Minderheit gehören), wie man die Serviette und das unterschiedliche Besteck korrekt benutzt, wissen sich zu jeder Gelegenheit angemessen zu kleiden und können einen Small Talk halten. Für Jana und Franziska ein anstrengender und aufregender Tag, den sie mit Bravour gemeistert haben.

Am nächsten Tag ging es mit fünf Knigge-Mentorinnen wieder nach Stuttgart. Die Aufregung und die Ungewissheit waren groß, denn zum ersten Mal setzte sich die Gruppe der Seminarteilnehmer aus 20 Studenten zusammen. Diese wurden vermittelt durch das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart e.V. Sie gehören dem Stipendien- und Mentorenprogramm "Agabey - Abla" (Großer Bruder - große Schwester) an und sind Teil einer Gruppe von 75 deutschtürkischen Studenten oder Abiturienten, die als Paten jüngere Schüler mit türkischen Wurzeln begleiten. (Mehr dazu unter www.dtf-stuttgart.de) Ganz anders als am Tag davor, hatten diese jungen Menschen jedoch konkrete Vorstellungen und Wünsche an solch ein Seminar. Sie wussten selbst ja auch nicht, was der Tag für sie bereithalten würde, ließen sich jedoch darauf ein und gaben Büsra, Lisa, Patricia, Winnie und Yara, die wiederum von Birgit Gnerlich und Jutta Palzhoff unterstützt wurden, die Chance, ihr fundiertes Wissen zu den jeweiligen Themen zu präsentieren. So entstand ein reger Austausch, bei dem die fünf Mädchen auf alle noch so schwierigen Fragen eine Antwort wussten. Selbst als eine angehende Ärztin fragte, was der Unterschied zwischen dem Dresscode Morning Coat und White Tie sei, antworte die Schülerin ohne ihre Unterlagen konsultieren zu müssen: "Bei Morning Coat gehört noch ein Zylinder dazu." Nachdem auch an diesem Tag der Kampf mit den Flädle in der Suppentasse und den Basilikum-Linguine nebst Perlhuhnbrust geschlagen war und sowohl Teilnehmer als auch Referenten auf das Dessert warteten, waren die 20 türkischstämmigen Studenten voll des Lobs für die fünf Mädchen. Der imaginäre Hut wurde gezogen und ein herzlicher Applaus war der Lohn für einen spannenden Tag, der allen unvergesslich bleiben wird.

Der nächste Einsatz der sieben Mädchen außerhalb des OHG am 24.Juli im Helene-Lange-Gymnasium in Markgröningen. Doch davor findet noch am 13. Juli der Knigge-Tag am OHG für die gesamte Klassenstufe 9 statt. Für das Organisationsteam des Fördervereins OHG Nagold e.V. eine große logistische Herausforderung.

Info:
Seit 2009 gibt es am Otto-Hahn-Gymnasium in Nagold ein Knigge-Projekt. Es begann mit einem exklusiven eintägigen Seminar für 20 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9. Die Nachfrage war so groß, dass im zweiten Jahr bereits 80 Neuntklässler mithilfe von acht Mentoren, die am ersten Seminar teilgenommen hatten und von zwei Mitgliedern des Fördervereinsvorstands ausgebildet wurden, am Seminar teilnehmen konnten. Im Jahr 2011 konnte das Seminar bereits für die gesamte Klassenstufe 9 angeboten werden. Auch 2012 ist dies wieder möglich. Die Volksbank-Nagoldtal-Stiftung unterstützt seit 2011 im Rahmen des Spenden-Adventskalenders dieses Schulprojekt, sodass bei jedem Seminar ein Drei-Gänge-Menü den Abschluss bildet. Die Zahl der Mentoren steigt jährlich und hat im laufenden Schuljahr die stolze Zahl von 24 erreicht. Sie werden jährlich in zwei Fachgebieten als Knigge-Mentoren vom Vorstand des Fördervereins ausgebildet. Doch nicht nur im "eigenen Haus" sind die Mentoren aktiv, auch an anderen Schulen geben sie Seminare. Meist für Neuntklässler. Mehr zur Arbeit des Fördervereins und zu diesem Projekt unter www.ohg-nagold.de/Förderverein
Jutta Palzhoff

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Einführung eines OHG-Schülerkalenders / Hausaufgabenhefts

Ab dem Schuljahr 2010/2011 ersetzt ein selbst gestalteter OHG-Schülerkalender das bisherige Hausaufgabenheft der 5. Klassen. 24 Seiten sind frei gestaltbar.
Dieser Kalender ist nicht nur Bestandteil der Einführungsphase der neuen Schüler, sondern soll auch als zentrales Kommunikationsmedium zwischen Lehrer und Eltern genutzt werden.
Die Kosten werden vom Förderverein, der Elternbeiratskasse, der Schule und den Eltern zu je einem Viertel (ca. 1,-€) getragen.

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Jimmy Liebermann im OHG

Man hätte beinahe eine Stecknadel fallen hören, so gebannt und hoch konzentriert verfolgten die rund 60 Schüler der Klassen 8d und 8f des Otto-Hahn-Gymnasiums Stationen aus dem Leben von Jimmy Liebermann, für den Elke Salamon von der Lebenshilfe e.V. aus seinem noch unveröffentlichten autobiografischen Buch „Jetzt erst recht!“ (so der bisherige Arbeitstitel) vorlas. Der Förderverein OHG e.V. hatte die Begegnung der Schüler mit dem vielseitig aktiven behinderten jungen Mann in einer Fächer übergreifenden Kooperation der Fachschaften Deutsch, Ethik und Gemeinschaftskunde unterstützt, die von den Lehrern Nicole Blech, Peter Gauly und Andreas Schäfer begleitet wurde. Durch Komplikationen während seiner Geburt 1974, blieben bei Jimmy Liebermann spastische Störungen und später Sprechschwierigkeiten zurück. Das fröhliche Kind konnte besonders gut und schnell krabbeln, doch führten medizinische Eingriffe aufgrund einer Knieverletzung zu weiteren Beschädigungen von wichtigen Nerven. Unermüdlich setzte sich die Mutter - öffentliche Förderung gab es in der rumänischen Heimat der Familie nicht - für die Fortschritte Jimmys ein, der an einem zwischen zwei Walnussbäumen gespannten Seil im Garten das Laufen lernte, stieß damals immer wieder auf Hindernisse und ersparte ihrem Sohn schließlich weitere Klinikaufenthalte, als dieser einen Suizidversuch unternommen hatte. Eindrücklich und bewegend, mit leiser Wehmut, aber spürbarer Lebensfreude, untermalt durch eine Bildpräsentation, nimmt Jimmy Liebermann seine jugendlichen Zuhörer mit auf die wahrhaft nicht einfache Reise seines bisherigen Lebens: Man erfährt von den Bräuchen im rumänischen Heimatdorf, von Tischlermeister Dietmar, in dessen Werkstatt Jimmy gern mitwerkelte, von der Freude bei Aktionen im Garten, beim Kartoffelernten oder dem heimlichen Hören deutscher Sender, wenn sich junge Leute mit dem Radio in Gebirgsregionen zurückzogen, um vor allem Fußballergebnisse mitzubekommen. Man erfährt aber auch von unablässigen Demütigungen - „du krabbelndes Schwein!“ –, Erpressungen anderer Kinder, die dazu führten, dass nur Klauen Zugehörigkeit bedeutete, oder den unendlichen Bemühungen, das Lesen zu lernen. Erst mit 16 Jahren - da staunten die fast gleichaltrigen Schüler -, nach dem Umzug über zahlreiche Umwege nach Deutschland, besuchte Jimmy Liebermann in Marburg überhaupt eine Schule, wo er sich sehr geschickt am PC zeigte und erstmals eine Förderung seiner Talente erfuhr. Er hatte schon eine Lehrstelle als Buchbinder in Aussicht, da zog die Familie nach Ebhausen um. In der GWW Nagold tat sich der junge Mann zunächst schwer, wollte er doch über den normalen Arbeitsmarkt eine Stelle finden, doch man erkannte seine Vielseitigkeit. Inzwischen ein geschätzter Mitarbeiter, entwirft Jimmy Liebermann als „Käpsele“ am PC Powerpoint-Präsentationen für neue Mitarbeiter, ist im Beirat der Lebenshilfe und in anderen Gremien aktiv – und gerne auf Achse: „Wo was los ist, da bin auch ich!“, meint er lachend. Der Musicalfan war nicht nur bei Grönemeyer- oder Whitney Houston-Konzerten, sondern auch samt Rollator alleine auf Mallorca unterwegs oder mitten unter 17.000 public viewers auf dem Stuttgarter Schlossplatz, als bei der WM 2006 Deutschland Argentinien besiegte... Die Begegnung mit Jimmy Liebermann ging den OHG-Schülern nicht nur deshalb spürbar unter die Haut, weil sie ähnliche Spuren, Träume und Sehnsüchte aufzeigte, wie jene, die sie selbst bewegen, sondern besonders dadurch, welch große Offenheit und Fröhlichkeit er trotz eingeschränkter körperlicher Möglichkeiten als Mensch ausstrahlt. Die Achtklässler, so die ursprüngliche Idee Jimmy Liebermanns, konnten Fragen anonym auf Zettel schreiben, doch schnell entwickelte sich ein offenes Gespräch, bei dem sich die Schüler ebenso achtsam, geduldig und ohne Berührungsängste zeigten wie der Gast. Unterbrochen vom Gong zur nächsten Pause, blieb das einhellige Fazit der Schüler und begleitenden Lehrer: Eine tolle Begegnung, die nachwirken wird – und der Wunsch, Jimmy Liebermann wieder mal ins OHG zu laden!
Barbara Rennig

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Sozialpreise 2011

Unterstufe - Felix Burrer

Wer von der Grundschule in das zweitgrößte Gymnasium Baden-Württembergs wechselt, nämlich das Nagolder OHG, hat zunächst eine Menge damit zu tun, sich mit dem Fachlehrersystem, in der neuen Klasse, in der Schule überhaupt zurecht zu finden. Felix Burrer scheint die Integration nicht nur mühelos geschafft zu haben, sondern hat als stellvertretender Klassensprecher auch eine ganze Reihe an Aufgaben für die Klassengemeinschaft übernommen. Als seine Klassenlehrerin schwanger war und kurz vor dem Mutterschutz Geburtstag hatte, organisierte Felix kurzerhand eine besondere Geburtstagsfeier für die Lehrerin. Er hat sich als“ Frischling“ am OHG gleich für die Arbeit der SMV (Schüler- Mitvertretung) interessiert und brachte sich rege ein.

Auch im neu gegründeten Klassenrat wurde Felix aktiv: Dieser hat das Ziel, Konflikte zu vermeiden und aufkommende Probleme zu schlichten. Immer wieder wandte sich der Fünftklässler vermittelnd jenen zu, die weniger in die Klassengemeinschaft integriert waren, und engagierte sich für ein gutes soziales Klima, auch während des Schullandheimaufenthaltes.

Für seinen Einsatz um die Klassen - und Schulgemeinschaft erhielt Felix nun den Sozialpreis des OHG-Fördervereins für die Unterstufe. Der sportbegeisterte Elfjährige, der im Nagolder VfL Fußball und Tischtennis spielt, hat auch ein großes Faible für Musik. Der Klarinettist ist Mitglied der OHG-Junior-Bigband und singt seit fünf Jahren bei den Aurelius-Sängerknaben in Calw. Nun steht aber erst einmal eine längere Erholungspause durch die Sommerferien an, bis der aufgeweckte Felix im kommenden 6. Schuljahr erste Erfahrungen mit der zweiten Fremdsprache Latein machen wird. Der Sozialpreis ist sicher ein besonders schöner Abschluss von Felix’ erstem Gymnasialjahr.

Mittelstufe - Franziska Schock

Sie genießt als Klassensprecherin nicht nur das Vertrauen ihrer Mitschüler, sondern das Amt erfordert von Franziska Schock, die gerade die 9. Klasse des OHG abgeschlossen hat, auch besonderes Taktgefühl beim Vermitteln zwischen Lehrern und Schülern – und natürlich manchen Extra-Einsatz für die Klassengemeinschaft.

Darüber hinaus engagiert sich die 15Jährige für eine schwerhörige Freundin in der Klasse, die sie seit ihrer Grundschulzeit in Iselshausen kennt. Immer wieder setzt sich Franziska gegen Mitschüler durch, die auf die Hörbehinderung der Klassenkameradin weniger sensibel reagieren, erinnert Lehrer daran, nicht „auf die Seite“ zu sprechen und unterstützt die behinderte Freundin in schwierigen Situationen, zum Beispiel in den Pausen, in denen oft ein hoher Geräuschpegel herrscht. Außerdem übernahm Franziska eine ganze Reihe organisatorischer Aufgaben für die Klassenlehrerin, als diese akut schwer erkrankte: Sie sammelte Geld ein, führte Listen und setzte sich besonders bei der Organisation des Weihnachtsmarktes tatkräftig ein.

Für diese Beiträge zum guten Miteinander in der Schulgemeinschaft wurde Franziska nun der vom Förderverein er Schule ausgelobte Sozialpreis für die Mittelstufe verliehen. Soziales Engagement ist für die Tennisspielerin Franziska, die Deutsch und Geschichte zu ihren Lieblingsfächern zählt, schon länger ein ganz persönliches Thema und Anliegen: Sie ist Mitarbeiterin in der Iselshäuser Jungschar und arbeitet mit vielen anderen Helfern, unter anderem der OHG-Oberstufen - Sozialpreisträgerin Annalena Hamann, auch dieses Jahr wieder in der Stadtranderholung des CVJM mit. Dass die fröhliche 15-jährige später einmal einen Beruf im sozialen Bereich ergreifen möchte, auch wenn noch ein paar Schuljahre dazwischen stehen, verwundert da kaum.

Oberstufe - Annalena Hamann

Wenn man bedenkt, dass in kaum zwei Jahren das Abitur „winkt“ und der Stundenplan bereits jetzt ziemlich stramm ist, kann man nur staunen, welches ehrenamtliche Pensum Annalena Hamann fast nebenher bewältigt. Die 16jährige OHG-Schülerin ist Patin für die Fünftklässler, das heißt, sie hilft ihnen beim Orientieren und Eingewöhnen in der neuen Schule, sie engagiert sich als Mitarbeiterin bei den jüngst eingeführten Pausenspielen, ist in der SMV und der Schülerbibliothek aktiv und gibt darüber hinaus als Knigge-Mentorin des Fördervereins das Benimm-Knowhow an OHG-Schüler weiter, aber auch an anderen Schulen. Außerdem ist sie Mitglied im Team „Schule als Staat“, einem Projekt, das im kommenden Jahr nach der Premiere 2005 zum zweiten Mal durchgeführt werden soll.

Doch nicht genug. Annalena, die gerade die 10.Klasse beendet hat, machte sich für eine SOS-Kinderdorf-Patenschaft in Kenia stark, bei der monatlich 50 Euro zusammenkommen sollen. Zwar haben OHG-Eltern den Anschub der Patenschaft tatkräftig mit unterstützt, doch gilt es, durch verschiedene Aktionen weiterhin die Summe von 600 Euro im Jahr längerfristig zu sichern. Kurzerhand machte Annalena unter anderem mit einem Eisverkauf in der Pause wieder auf das Ziel der Aktion aufmerksam. Die niedrigen Preise sorgten für reißenden Absatz, so dass inzwischen Einnahmen zusammengekommen sind, die die Patenschaft für zunächst etwa ein Jahr sichern können. Annalena nennt Mathe und Religion als Lieblingsfächer, hat aber auch Neigungen im musischen Bereich: Sie spielt Querflöte und Gitarre und ist Mitglied der Bigband des OHG. In ihrer Freizeit arbeitet die 16Jährige in der Remigius-Gemeinde mit, hat ein so genanntes Trainee-Programm absolviert und leitet seit längerem die dortige Jungschar. Mit vielen anderen Helfern engagiert sie sich außerdem auch diesmal wieder bei der Stadtranderholung des CVJM im Rötenbachtal.

Annalenas großer Einsatz für die Schulgemeinschaft wurde – nachdem sie von der Mehrzahl der Mitschüler aller Klassenstufen als potenzielle Preisträgerin vorgeschlagen worden war – Ende des Schuljahres in einer Feierstunde für die Preisträger mit dem Sozialpreis des OHG-Fördervereins für die Oberstufe gewürdigt. Für eine berufliche Orientierung hat Annalena zwar noch etwas Zeit, jedoch kann sie sich bereits jetzt „etwas Soziales“, vielleicht Sozialarbeit, gut als Ausbildungsziel vorstellen.

Sonderpreis - Vasiliki Archontoglus

Das Motto der drei berühmten Affen: „Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen“ ist nicht Vasiliki Archontoglus Ding. Immer noch muss sie den Kopf schütteln über eine Situation, in der sie dennoch nicht zögerte, beherzt einzugreifen. Bushaltestelle Mötzingen am Rathaus. Mehrere Schüler auf dem Heimweg, darunter Vasiliki, Neuntklässlerin am OHG, steigen gerade aus dem Bus. Da bemerkt die 15Jährige, wie zwei jüngere Schüler in Streit geraten, wobei einer den anderen plötzlich aggressiv angeht und schlägt. „Nicht zu fassen“ war dieser Angriff für Vasiliki, ebenso wenig wie die Tatsache, dass umstehende Erwachsene keinen Finger rühren, um die Eskalation zu verhindern. Als Vasiliki sieht, wie der eine der beiden Fünftklässler den anderen so heftig schlägt, dass dieser gegen den Bus knallt, ihn dazu hin noch mit Fußtritten traktiert, greift sie ein, versucht den „Schläger“ festzuhalten und stellt ihn zur Rede. Währenddessen ist der Angegriffene schon geschockt und weinend davongerannt.

Für ihr couragiertes Eintreten in dieser Situation wurde Vasiliki nun mit dem Sozial-Sonderpreis des OHG-Fördervereins bedacht. Gerne hätte sie den geschädigten Jungen nach Hause begleitet, denn sie fühlte mit ihm. Aber...- er war schon weg. „Wenigstens geht mir der Schläger, sicher aus Respekt, inzwischen aus dem Weg“, sagt Vasilki, die bis heute nicht fassen kann, was sie erlebt hat. Bis vor kurzem hat die OHG-Schülerin im Sportverein Mötzingen vier Jahre lang Fußball gespielt. Doch ihre wahre Begeisterung gilt nicht nur den Fächern Sport, Musik und Chemie, sondern generell den „Schönen Künsten“. Sie ist Mitglied der OHG-Theater-AG, spielt Gitarre, singt gern und schreibt auch eigene Songs. Damit mag sie ihrem großen Traum, später an der Musical-Akademie in Hamburg zu studieren, Stück für Stück näher kommen - für sie eine Schnittstelle zwischen Musik und Theater. Zunächst einmal wird sich Vasiliki mit ihren aus Griechenland gebürtigen Eltern in den Sommerferien dort erholen. Und sie darf mit dem ausgelobten Sozial-Sonderpreis auch mitnehmen, dass ihre Zivilcourage einen Namen hat. Hoffentlich Motivation für andere in ähnlichen Situationen, ein Stück Zivilcourage an den Tag zu legen.

Barbara Rennig

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Oberstufeninformationstag im Mai 2011

Oberstufeninfotag im Mai 2011 zeitgleich mit Top Job - eine gelungene Premiere

Die Informationsveranstaltung "Rund ums Studium" auf den gleichen Tag wie die Bildungsmesse Top Job zu legen, hat sich in mancher Hinsicht gelohnt: Die Pressearbeit wurde von den Top-Job Organisatoren übernommen, die Verpflegung übernahmen unsere Abiturienten, die Zellerschule und die Burgschule. So konnten die Organisatoren der Infoveranstaltung den Fokus auf die Auswahl der Referenten und der Themen legen. Mit 27 Referenten war dann auch für jeden etwas dabei.

Insgesamt schätzen wir die Besucherzahl (inkl. Eltern und den Schülern der anderen Gymnasien) auf 200-220.

Wir danken allen Referenten, unter denen einige ehemalige OHG-Schüler waren, Herrn Glückler und Herrn Pahnke als anwesende Lehrer, unseren Sponsoren, der Stadt Nagold für die sehr gute Zusammenarbeit, der Burgschule, der Zellerschule und unseren ABIs für die tolle Verpflegung, Katja Miller für die Berichterstattung, Ulrike Leml für die Fotos und ganz besonders danken wir allen Helfern für die Betreuung der Referenten und den Einsatz am Infotisch, für Aufbau und Abbau.

Für alle Projekte des Fördervereins finden sich jederzeit genug Freiwillige - oftmals dieselben - ohne diese Unterstützung könnten wir solch große Projekte niemals durchführen.
Jutta Palzhoff

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Bläserklasse: Ab dem Schuljahr 2010/2011 auch bei uns

Seit Beginn des Schuljahres 2010/2011 gibt es auch am Otto-Hahn-Gymnasium eine Bläserklasse.
Sie soll keinesfalls eine Konkurrenz zum Musikprofil sein, sondern eine Ergänzung unseres schulischen Angebots.
Das Kultusministerium formuliert: "Die beste Möglichkeit, Menschen zusammenzuführen, sie über alle kulturellen und religiösen Barrieren zu verbinden, sie zu einem stimmigen sozialen Gefüge zu verbinden, ist das gemeinsame Musizieren. Dieser „Neuentdeckung" einer alten Erkenntnis verdankt das Klassenmusizieren seine Geburtsstunde. Bei dieser Unterrichtsform musizieren alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse gemeinsam im Klassenunterricht innerhalb des […]Unterrichts im Fach Musik."
Die Bläserklasse ist ein Einstiegsangebot und unterscheidet sich dadurch vom Musikzug.
In die Bläserklasse werden nur Schüler aufgenommen, die mit dem Instrument neu beginnen und somit neu Interesse an Musik gewinnen. Wer nach zwei Jahren beim Instrument bleibt und weiterUnterricht nimmt, kann nach einer kleinen Aufnahmeprüfung in den Musikzug wechseln.

Die Bläserklasse am OHG wird in enger Zusammenarbeit mit der Musikschule Nagold organisiert. Finanzieller Partner ist auch der Förderverein des OHG.
Eine Klasse besteht aus maximal 27 Schülern. Die Schülerzahl ist besetzungsabhängig:
6 Flöten, 6 Trompeten, 6 Klarinetten, 3 Saxophone (Es-Alt), 3 Posaunen, 3 Euphonien.
Für diese 27 Schülerinnen und Schüler wird die Musikschule Unterricht in 3-er Gruppen anbieten; Unterrichtsort ist die Musikschule Nagold.

Auch bei der Finanzierung profitieren wir von der hervorragenden Zusammenarbeit mit der Musikschule. Herr Musikdirektor Hummel hat sich sehr für das Modell eingesetzt. Die Musikschule kauft die Instrumente und verwaltet diese. Die Kosten für die Instrumente tragen die Stadt Nagold und der Förderverein des OHG. Der stark subventionierte Monatsbeitrag beträgt € 30.- und beinhaltet die Unterrichtsgebühren und die Instrumentenmiete.

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"Konzert im Advent" in der Stadtkirche 2010

„Fast wie eine Trutzburg gegen die Hektik der Adventszeit“ sei das im Nagolder Kirchenmusikprogramm fest verankerte Konzert im Advent, so Ulrich Hamann in seiner Begrüßung in der vollbesetzten Stadtkirche. Zum inzwischen zehnten Mal stimmten Ensembles und Chöre des Otto-Hahn-Gymnasiums und das Nagolder Kammerorchester in bewährter Kooperation auf die Weihnachtszeit ein. Das vielseitige Programm mit rund 300 Mitwirkenden umspannte einen musikalischen Bogen von fünf Jahrhunderten.
Den Auftakt machte der Fünferchor unter Leitung von Volkmar Wißner mit „ Es ist ein Ros entsprungen“, das auch als Kanon dargeboten wurde, und „O Jesulein zart“, dessen dritte Strophe Emilie Caupin mit einem engelsklaren Solo einleitete. Georgia Penz hatte mit ihrem Kammermusikensemble Herbst und Winter aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ einstudiert, ein schönes Arrangement für die sechs Flötistinnen und das Glockenspiel, gefolgt von der der alten Weihnachtsweise „Zu Bethlehem geboren“. Der Sechserchor unter Leitung von Frank Meyer intonierte die „Herbergssuche“ des zeitgenössischen Komponisten Adolf Lohmann und die traditionelle irische Weise „Kind in der Krippe“. Dieses im 19. Jahrhundert neu komponierte gälische Weihnachtslied wurde später nicht nur als „Morning has broken“ (Cat Stevens)zu einem Popsong, sondern ist durch zahlreiche weitere Interpreten von Daliah Lavi bis Nana Mouskouri immer wieder neu aufgelegt worden. Im „Largo“ von Henry Eccles (1670-1742)brillierte Jule Ruf auf dem Violoncello, das im Kammerorchester unter Leitung von Stadtmusikdirektor Florian Hummel die tragende Stimme hatte. Die warmen, vollen Klänge des Solo-Cellos schienen manchmal wie aus einer anderen Welt zu kommen, während das Orchester mit zarten, teilweise zupfenden Streichern einen leisen Klangteppich ausbreitete. In lebhaftem Kontrast dazu stand das Menuetto aus Schuberts 5. Sinfonie mit seinen dynamischen Klangkörper, unterschiedlichen instrumentalen Akzenten und heiter anmutenden Sequenzen.
Beim Auftritt des Schulchores musste Frank Meyer fast einen 360 Grad-Blickwinkel haben, um das große im Halbrund aufgestellte Ensemble, unterstützt vom Sechserchor, durch „Poor Mary, humble Mary“ zu leiten und das „Little town of Bethlehem“. Begeisternd, wie die jugendlichen Chormitglieder ganz unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Stimmlagen ein Klangvolumen besonderer Art schufen.
Das Vokalensemble unter Leitung von Matthias Wurster gehörte sicher zu den Glanzpunkten des Abends, obwohl es schwer ist, in diesem insgesamt großartigen Programm „Noten“ zu vergeben. Mit „Ave maris stella“, einem Hymnus aus Monteverdis „Vespro della beata virgine“ hatte sich das festlich in Schwarz und Rot auftretende Ensemble ein anspruchsvolles Stück vorgenommen. In seiner Einstudierung hatte Matthias Wurster nicht nur einzelne instrumentale Stimmen und das Alt-Solo auf die Emporen verlegt, die Sopran-und Tenor-Soli vor dem Orchester gelassen und damit die fantastische Akustik der Stadtkirche ausgereizt, was dem Publikum ein besonderes Hörerlebnis bot. Sondern der enthusiastisch dirigierende Musikpädagoge zeigte mit seinem rund 40köpfigen Ensemble an diesem Abend auch, dass die jugendlichen Interpreten im Frühjahr im belgischen Neerpelt unter fast 5000 Sängern von Jugendchören aus 26 Ländern zu Recht den ersten Preis abgeräumt hatten.
Am Schluss dieses beeindruckenden und erfüllenden Abends standen zwei Sätze aus der Bach-Kantate „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, bei dem Schulchor und Kammerorchester ein rundes Ganzes bildeten, unterstützt durch die Soloviolinen von Barbara Köbele und Felicitas Ammer in geradezu professionellem Duktus und Jasmin Reimer und Klaus Ganter mit dem reichen, klaren Klang ihrer Flügelhörner. Obwohl die Bandbreite und Fülle des alljährlichen Programms in der Kooperation zwischen der Musikschule und dem OHG seit vielen Jahren immer wieder zu überraschen weiß, scheint es, als ob im diesjährigen Adventskonzert nochmals ein Qualitätssprung erreicht worden wäre.
Das begeisterte Publikum, das mit Applaus nicht sparte, konnte sich nach den eindrucksvollen Darbietungen noch bei Punsch und Plätzchen stärken, die wieder vom OHG-Förderverein kredenzt wurden.
Fabian Rennig

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Stimmbildung für das VokalEnsemble

Stimmbildung für das VokalEnsemble
Nach dem Konzert im Advent im Dezember 2009, schlug Herr Oberbürgermeister Großmann vor, allen Schülern des VokalEnsembles Stimmbildung zu ermöglichen. Momentan haben nur ca. 40% der Mitglieder des Vokalensembles Unterricht in diesem Bereich. Diese Idee wurde vom Chorleiter, Herrn Wurster, der Schulleitung und der Musikschule weiter ausgearbeitet.
Es liegt nun ein Finanzierungskonzept vor, bei dem der Förderverein des OHG 1.680,-€ übernimmt. Die Stimmbildung beginnt im Schuljahr 2010 /2011.
Wir wünschen dem VokalEnsemble weiterhin viel Spaß und freuen uns auf weitere, wunderschöne Konzerte.

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Förderverein finanziert eine E-Gitarre für die Senior Big-Band

Nach dem Weggang unseres ehemaligen Gitarristen Sebastian Palzhoff, der nicht nur ein Super-Musiker ist, sondern auch immer sein eigenes Instrument mitgebracht hatte standen wir vor einem doppelten Problem: Kein Gitarrist und keine Gitarre!
Glücklicherweise fanden sich in der Rhythmus-Gruppe zwei Spieler, die immer wieder eine Gitarre in die Hand nehmen könnten, doch wir hatten kein Instrument. Innerhalb von wenigen Tagen kam auf meine Anfrage eine positive Rückmeldung des Fördervereins – eine „Les Paul“ wurde sofort bestellt und in der letzten Probe bereits eingesetzt.
Herzlichen Dank an den Förderverein, der sich immer wieder für die Belange der Musik einsetzt! Auch aus der Elternbeiratskasse wurde ein Teil der Kosten übernommen.
Thomas Kalmbach, Dez. 2010

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Autorenlesung David Fermer

Einen perfekten Start in den letzten Schultag vor den Osterferien erlebten rund 60 Schüler zweier neunten und einer 10. Klasse der Zellerschule durch eine besondere Autorenlesung mit Event-Charakter: Der 1973 in der Schweiz gebürtige, in Südengland aufgewachsene Wahlkölner David Fermer traf bei seiner Einladung nach Nagold auch hier mit seinen Themen ins Schwarze, das heißt: den Nerv seiner begeisterten jugendlichen Zuhörer, für die die Autorenbegegnung großenteils eine Premiere war. Die literarische Veranstaltung konnte dank der Kooperation des Fördervereins OHG e.V. mit dem Förderverein der Zellerschule gemeinsam auf die Beine gestellt werden, so dass in einer zweiten Einheit auch zwei Klassen des OHG einen sehr vergnüglichen Abschluss ihres Schultages genossen.

Lebendig und witzig eröffnete Fermer, der als Autor und Filmproduzent quasi ein künstlerisches Doppelleben führt, in seiner Muttersprache dem jungen Publikum, dass er als Schüler die deutsche Sprache abgrundtief gehasst habe, aber seit vielen Jahren täglich zwischen Deutsch und Englisch wechsle, weswegen er seine Jugendbücher zweisprachig verfasse. Auch die Protagonisten sind deutsche wie englische Jugendliche. Mögliche Bedenken, allzu sehr mit Englisch herausgefordert zu werden, warfen die Schüler schnell über Bord, denn David Fermer gelingt es scheinbar spielerisch, mit Appetithäppchen wie filmischen Aufhängern, Worterklärungen, kleinen Anekdoten die jungen Zuhörer zu fesseln und auch aktiv mit einzubeziehen, indem er sie mit verteilten Rollen einzelne Passagen lesen lässt und mit ihnen gemeinsam szenisch gestaltet.

In „Nonstop Superstar“ träumt der clevere, aber selbstverliebte Traumtyp Finn Fischer aus Stuttgart vom Sprung über den großen Teich und einer weiteren Karriere in den Staaten. Die scheint jedoch gleich nach der Ankunft in Los Angeles nicht nur in Frage gestellt, weil sein Agent Norbert „nicht das schärfste Messer in der Schublade“ ist (das heißt, etwas umständlich und beschränkt), sondern weil Finn mit „America’s Angel“ Lucy einen gemeinsamen Auftritt hinlegen soll: Er als Rocker und sie mit ihrer piepsigen Kuscheltierstimme – für Finn eine Horrorvorstellung... Immer wieder wechseln die Schauplätze, die Perspektiven, die deutschen und englischen Passagen, in die die „Vorleser“, moderiert vom Autor, fast mühelos eintauchen.

Mit Spannung verfolgen auch die Klassen 8b und 9f des OHG, wie ihre Kameraden in die Rollen von Mo, Bomba und Cruncher schlüpfen, die sich, „caught inside“, aus dem Skaterpark des regnerischen Bochum an Super- Surfstrände träumen, denn in der tristen Großstadt „sind Wellen so wahrscheinlich wie ein Fisch in der Wüste“. Weil sie beherzt einem alten Mann gegen jugendliche Aggressoren beistehen, schenkt er ihnen 400 Euro: Die Realisierung des Surftraumes rückt näher. In einem Tiefkühllaster gelangt das Trio mitsamt Surfbags über den Ärmelkanal, um – nicht ohne Zwischenfälle beim Zoll – das Surfmekka Newquay im englischen Süden zu erreichen. Dort werden sie, so der zweite Strang der Handlung, auf Maddy, Ashley und den jungen Surflehrer Ethan treffen, der seinerseits das „Ticket to the North Shore“, der größten Welle der Welt in Hawaii, mit nicht gerade legalen Mitteln anstrebt.......

Scheinbar nebenbei erweitert das junge Publikum seinen Horizont durch lebendigen Geographieunterricht, wenn David Fermer, der in englischsprachigen Ländern immer wieder Dokumentationen fürs Schulfernsehen des WDR dreht, spannende Filmsequenzen einspielt oder durch die Figur der Lucy vermittelt, was ein „ABC“ ist, nämlich ein „American born Chinese“. Zum Abschluss der beiden Einheiten umringten die Schüler David Fermer nicht nur wegen eines Autogramms – „ob das allerdings mal was wert wird, weiß ich nicht“, lacht der -, sondern löcherten ihn auch mit Fragen. Ganz sicher hat die gemeinsame Aktion der beiden Fördervereine ihr Ziel erreicht, nämlich den Schülern Spaß am Lesen zu vermitteln.
Barbara Rennig

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Autorenlesung Tobias Elsäßer

Nagold. Perfekter konnte der erste Schultag nach den Herbstferien für die Klassen 9c und 9d am OHG kaum gewesen sein, erwartete sie doch die Begegnung mit einem leibhaftigen Autor, nämlich Tobias Elsäßer, der jüngst auf der Leipziger Buchmesse den „Preis der Preise“ abgeräumt hat, nämlich ein Stipendium des Deutschen Literaturfonds.
Möglich wurde die Begegnung mit dem spritzigen, vielseitigen Autor dank eines neuen Projektes des Fördervereins der Schule, der sich vorgenommen hat, Autoren in die Schule zu laden, um Lust auf Lesen zu machen. Die Premiere des Projektes mit Tobias Elsäßer war ein geglückter Griff, dank Unterstützung des Boedecker- Kreises e.V. zur Unterstützung des Lesens und Sponsor für viele Literaturprojekte.
Elsäßer, ein bodenständiger und greifbarer Autor, hatte nicht nur seine Gitarre dabei – er war und ist aktiver Musiker und ehemaliger Gesangsdozent in Stuttgart -, sondern stellte sich akut allerhand Fragen der Schüler: „Hast du Familie?“ „Wie lebst Du?“ Das war schnell beantwortet mit: „Ich habe eine Freundin und keine Kinder – meine Kinder sind meine Bücher!“ Und mittenrein verknüpfte der 37Jährige seine Kindheit in Echterdingen mit einer französischen Mutter, die fantastisch kochte, aber dem Kind solche Zettel schrieb, dass er denken musste, diese seien ebenso perfekt „Deutsch“– was ihm eine jahrelange Rechtschreib-Plage bescherte. Das vierte Grundschuljahr wiederholend, fand er schließlich in einer Lehrerin Unterstützung, so dass er es denn doch aufs Gymnasium schaffte.
Warum er sein erstes Buch, „das peinlichste“, schrieb, nämlich „Boygroup“? Weil er irgendwann, unwissend um Verlagswesen oder Auflageziffern, sein Manuskript „einfach eingeschickt“ hatte, seine Erfahrungen mit der Band aufschreibend. Im aktuellen Wetten mit den Schülern, was an Plätzen auf damaligen Charts an Honorar sei, täuschen sie sich gewaltig: Es ist ein Cent pro verkaufter Platte, also Disc. Und prompt folgten – „Ich schiele nicht auf Auflage, ich mag mir selber treu bleiben“ – weitere Bücher.
Daneben war Elsäßer in Bands aktiv, während er an weiteren literarischen Themen arbeitete. Manche Themen wurden in andern Bundesländern geradezu sanktioniert. der dann preisgekrönte Autor geradezu wieder gefeiert, während in der Schweiz seine Bücher schon zum Kanon gehören.
Aus dem Jugendroman „Abspringen“ las Elsässer dann auch einige Passagen. Wie peinlich, an der Turnstange die erste Erektion zu haben, obschon wunderbar, und wie peinlich, vom Turnlehrer zurück gepfiffen zu werden und dann mit feuchter Hose vor den Kumpels zu stehen. Zumal daheim auch noch alles mögliche in Unordnung ist.
Der Autor ließ dem jugendlichen Publikum bewusst viel Raum für Fragen – und ging dann über zu seinem jüngst veröffentlichten Werk „Ab ins Paradies“, was sich, aus der Sicht eines Jugendlichen, dem Thema Tod auf eine eher leichte, ja unbekümmerte Art nähert. (Übrigens ist seit vielen Jahren der Diskussion um Dreharbeiten der Plot bereits anderswo verfilmt worden, mit entsprechenden Plagiaten). Fabian geht nämlich, nächtens die Urne seines geliebten Großvaters ausgrabend, mit ihm „auf die letzte gemeinsame Reise“, um Opa Wilhelm in der See zu beerdigen – und macht auf der Tour noch einige andere Erfahrungen für sein Leben.
Hautnah einem Autor zu begegnen, ohne Berührungsängste, war ein wirklich gelungener Auftakt weiterer geplanter Aktionen des OHG-Fördervereins mit Autoren.
Barbara Rennig

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Sozialpreise 2010

Unterstufe - Jule Dengler

Der Schock saß erst einmal tief, als die damals sechste Klasse erfuhr, dass ihre schon länger erkrankte stellvertretende Klassensprecherin Celine die Diagnose Leukämie bekam.
Obwohl sich die Gemeinschaft insgesamt um das Mädchen bemühte, setzte sich Jule Dengler über ein Jahr lang unermüdlich für ihre erkrankte Klassenkameradin ein, versorgte sie mit Arbeitsblättern und Hausaufgaben, damit sie den Anschluss behielt, und stand Celine auch unverbrüchlich bei, als diese, noch geschwächt, die Schule wieder besuchen konnte. Die 13jährige Jule, die seit zwei Jahren begeistert Trampolin springt und vor kurzem mit Handball angefangen hat, begleitete ihre Mitschülerin im Schulalltag, unterstützte sie zum Beispiel in den Pausen, wenn das Gedränge zu groß war, oder bei den Fahrten zur Schule oder nach Hause. Oft war im Bus kein Platz mehr frei, also kämpfte Jule um einen Sitzplatz für Celine. Ihr großes mitmenschliches Engagement wurde nun mit dem vom OHG-Förderverein ausgelobten Sozialpreis für die Unterstufe ausgezeichnet.
In einer Zeit, in der scheinbar nur der Stärkere zählt, so Pfarrer Steffen Poos in seiner Laudatio, habe Jule gezeigt, was Einsatz für einen Schwächeren bedeutet, dem die Kraft fehlt, im Alltag mitzuhalten.
Die Preisträgerin selbst hat erst in letzter Minute erfahren, dass sie ausgezeichnet werden sollte, und war besonders überrascht, von ihrer Klasse für den Preis vorgeschlagen worden zu sein.
Denn die bescheidene Siebtklässlerin aus Wildberg-Sulz, die seit vielen Jahren leidenschaftlich gerne Klavier spielt und als Lieblingsfach Bildende Kunst und Biologie nennt, fand es selbstverständlich, der Klassenkameradin in deren einjähriger schwieriger Krankheitszeit beizustehen.
Dank Jules großem Einsatz gelang Celine später der Anschluss an das normale Schulgeschehen wieder, ein Wiederholen der Klasse wurde ihr erspart, so dass sie mit neuem Mut in ihre bisherige Klasse zurückkehren konnte.

Mittelstufe - Samira Dengler

„Eine Gemeinschaft ist stark, wenn alle berücksichtigt werden und keiner ausgegrenzt wird“, so Pfarrer Steffen Poos in seiner Laudatio zur Verleihung des Sozialpreises der Mittelstufe an die OHG-Neuntklässlerin Samira Dengler, die als Klassensprecherin in besonderer Weise zum Gelingen der Klassengemeinschaft beigetragen und sich darüber hinaus in vielen Aktionen der Schule engagiert hat. Sei es das Fünferfest, der Mottotag, die Spendenaktion für Haiti: Als Mitglied im Vorstand der SMV (Schülermitverantwortung) bewies Samira nicht nur einen langen Atem bei der Umsetzung solcher Projekte, sondern ließ sich auch von Schwierigkeiten nicht entmutigen. So setzte sie sich immer wieder für das Thema Sauberkeit ein, das ihr besonders am Herzen liegt, auch wenn manche Reaktionen hätten „frusten“ können.
Die begeisterte Fußballerin, die auch Tanzen zu ihren Hobbys zählt, hatte im vergangenen Schuljahr stets ein offenes Ohr für ihre Mitschüler und versorgte kranke Klassenkameraden mit Kopien und Informationen, damit sie den Anschluss an den Lehrstoff behielten.
In seiner Laudatio zitierte Steffen Poos bei der feierlichen Übergabe des Preises die Beschreibung des Apostels Paulus, der die Gemeinschaft mit einem Körper vergleicht, in dem alle, auch die unscheinbarsten Teile, zum guten Funktionieren des ganzen Organismus beitragen.
So hat Samira kreativ und engagiert ihre Talente und ihre Tatkraft zum Wohl der Klassen- und Schulgemeinschaft eingesetzt - für einen jungen Menschen mit strammem Stundenplan und einer Reihe von Freizeitaktivitäten nicht eben selbstverständlich.

Oberstufe - Alina Renz und Bianca Walter

Die Liste ihrer Einsätze für Klassen- und Schulgemeinschaft im Otto-Hahn-Gymnasium ist beträchtlich, und es scheint kaum eine Aufgabe zu geben, die Alina Renz und Bianca Walter nicht anpacken oder mit lösen würden: Das tatkräftige Duo wurde deshalb zum Ende des Schuljahres – und ihrer elften Klasse – mit dem vom Förderverein ausgelobten Sozialpreis der Oberstufe ausgezeichnet.
Die beiden Leseratten und begeisterten Standardtänzerinnen, die sich zur Schülersprecher-Wahl hatten aufstellen lassen, steckten ihre Enttäuschung über die „verlorene Wahl“ jedoch schnell weg und unterstützten das Schülergremium nach Kräften. Sie erarbeiteten nicht nur eine neue SMV-Satzung, sondern als Redakteurinnen des „SMV-aktuell“ auch ein Konzept zur Fusion mit der Schülerzeitung. Darüber hinaus leiten und koordinieren sie nicht nur umsichtig den Schulsanitätsdienst, sondern sind auch als Schülermentorinnen überaus aktiv und haben sich beim Auf - und Ausbau der Hausaufgabenbetreuung eingesetzt.
Ob in der eigenen Klasse – durch kostenlose Nachhilfe für versetzungsgefährdete Mitschüler – oder in der gesamten Schulgemeinschaft: Die engagierte und ausgleichende Art der beiden Oberstufenschülerinnen ist sprichwörtlich. In Konfliktsituationen zu vermitteln, Kompromisse herbeizuführen und dadurch für ein gutes Klassenklima zu sorgen, gehört zu ihren Stärken. Alina, die gerne Klavier spielt und vor kurzem das Segelfliegen für sich entdeckt hat, packte ebenso wie ihre Klassenkameradin Bianca, die als Waldhornbläserin im Mötzinger Musikverein und darüber hinaus im DLRG aktiv ist, auch bei ganz praktischen Aufgaben für die Schulgemeinschaft immer wieder an vorderster Front mit an.
Tatkräftig setzten sie sich bei der Renovierung des Klassenzimmers oder des Mentorenraums mit ein und nahmen auch wenige Tage vor Beginn der Ferien noch Pinsel und Farbeimer zur Hand, damit im neuen Schuljahr die verschönerten Räume bereitstehen.

Barbara Rennig

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Knigge Kurs für die Klassenstufe 9 am OHG Nagold

Um besseres Benehmen zu lernen, fand am letzten Dienstag vor den Sommerferien ein Knigge Seminar statt. Dieses wurde vom Förderverein des OHG geplant und durchgeführt.

Bisher war der Kurs nur für Freiwillige, dieses Mal war er allerdings Pflicht für alle 176 Neuntklässler, um in Hinblick auf das nächstjährige BOGY-Praktikum gut gerüstet zu sein. Da das Seminar auf jeden Fall für alle Schüler kostenlos sein sollte, unterstützte es die Volksbank Nagoldtal Stiftung mit einer großzügigen Spende.

Zum Seminar mussten sich alle angemessen kleiden, wie zu einem Bewerbungsgespräch. Dann wurden wir von 16 Knigge-Mentoren der Klassenstufe 10 sowie von drei Mitgliedern des Fördervereins und von einer Mitarbeiterin der Volksbank Nagoldtal unterrichtet. Auf dem Programm standen die Themen Die Kunst sich vorzustellen, Taktgefühl im Alltag, Kleidung, ein Bewerbungsgespräch simulieren und Tischkultur. Alles wurde sehr ausführlich besprochen und es gab auch einige Dinge, die man noch nicht kannte. Damit man nicht nur Theorie machen musste, wurde das soeben gelernte auch gleich überprüft, indem man z. B. einen Krawattenknoten binden musste oder wie in einem Kino oder Theater richtig zwischen den Sitzreihen durchzugehen sollte. Damit man nicht alles wieder vergisst, bekam man nach jeder Unterrichtseinheit noch ein Handout auf dem das Wichtigste noch einmal draufstand. Zum Schluss des halbtägigen Seminars gingen alle Schüler zu einem gemeinsamen Mittagessen in die Stadthalle. Hier konnte man gleich das Gelernte anwenden, und kniggegemäß essen.

Alles in allem war es für uns Schüler ein sehr informativer Tag, der Spaß gemacht hat. Im nächsten Jahr soll er wieder stattfinden, um den nächsten Neuntklässlern gute Manieren beizubringen.
Dominic und Julian, Klasse 10

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Kniggementoren in Stuttgart

Am 4.Mai machten sich 4 Kniggementoren der 10ten Klasse (Lisa Leml, Jessica Stammer, Evelin Wolodin und Annalena Hamann), sowie Frau Gnerlich und Frau Palzhoff vom Förderverein auf den Weg nach Stuttgart. Wir hatten eine Anfrage vom Eltern-Kind-Zentrum Stuttgart West für eine Klasse von der Heusteigschule bekommen. Diese ist bekannt für ihre 37 verschiedenen Nationalitäten. Die Klasse 8, die an unserem Kniggekurs teilnahm, besteht aus 19 Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren, die verschiedenen Nationalitäten angehören. Der Kniggekurs fand im Eltern-Kind-Zentrum statt. Dies ist ein Mehrgenerationenhaus. Jung und Alt spielen, essen, reden und machen vieles mehr gemeinsam.

Die Jugendlichen wurden von uns in vier Bereichen geschult: Die Kunst sich vorzustellen, Kleidung und persönliches Auftreten, Taktgefühl im Alltag und Tischkultur. Jeder Bereich wurde von ein bis zwei Kniggementoren übernommen. Am Ende wurde gemeinsam gegessen und so die neu gelernten Regeln umgesetzt. Im Eltern-Kind-Haus gibt es ausschließlich vegetarisches Essen, da man erreichen will, dass niemand durch seine Esskultur ausgeschlossen wird. Die Jugendlichen haben begeistert am Kurs teilgenommen und gaben uns ein gutes Feedback. Am Ende haben alle Teilnehmer eine Teilnahmebescheinigung bekommen.

Dank der finanziellen Unterstützung des Fördervereins werden die diesjährigen 9er diesen Kniggekurs auch erleben dürfen.
Annalena Hamann, Kniggementorin

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Knigge im Schuljahr 2009/2010

Am 27. Juli 2010 konnte der zweite Kniggeworkshop nach langer und intensiver Vorbereitungszeit am OHG stattfinden. Gekleidet wie zu einem Bewerbungsgespräch erschienen die 74 Teilnehmer der Klassenstufe 9, aufgeteilt in zwei Gruppen, um 7:25 Uhr im KOC und im LOC, den Seminarräumen im OHG II für diesen Tag. Ihren Gesichtern war anzusehen, dass sie nicht sicher waren, was sie erwartete. Nach einer kurzen Begrüßung durch Herrn Kinkelin ging es dann auch schon los. Frau Gnerlich und Frau Palzhoff stellten den Seminarteilnehmern die Referenten vor und erläuterten den Ablauf des etwas anderen Schultags.
Zeitgleich starteten in den beiden Räumen die Referenten mit ihren Beiträgen. Dabei den Zeitplan einzuhalten und in beiden Gruppen gleichzeitig mit den einzelnen Bausteinen fertig zu werden, war nur eine der vielen Herausforderungen dieses Tages.
Der Teil angemessene Kleidung wurde von Patrice Walz und Jutta Palzhoff moderiert.
Auf anschauliche Weise lernten die Teilnehmer, was in Sachen Kleiderordnung beachtet werden muss. Die Tabus für Sie und Ihn wurden dabei genauso besprochen wie die Bedeutung der Bezeichnungen business, casual, „Come as you are“, usw.
Ein weiterer Bestandteil des Seminars ist das Thema Taktgefühl im Alltag, Grundregeln der Rhetorik, Körpersprache und Verhalten in der Schule. Dieser wichtige Baustein wurde von Laura Reichert und Anna-Lena Kapp referiert.
Expertinnen für die Kunst, sich vorzustellen, Grüßen und Begrüßen und Small Talk waren Sarah Hölzle und Megi Röhm. In ihrem Teil wurden verschiedene Situationen aus dem Alltag behandelt. Die Antworten des dazu vorbereiteten Quiz’ trugen einerseits zur Erheiterung bei, machten andererseits aber auch deutlich, wie sicher die jungen Leute bereits durch einen Tanzkurs oder ähnliche Erfahrungen waren.
Verena Mitschke und Birgit Gnerlich wussten alles zum Thema Tischkultur zu sagen.
Für das Thema Bewerbungsgespräch stand uns Ursula Krauter-Benz zur Verfügung. Dass es dabei viele Fettnäpfchen gibt, und wie man mit diesen souverän umgeht, lernten alle Beteiligten recht schnell, wie auch der lebendige Austausch zwischen den Seminarteilnehmern und der Trainerin zeigte.
Bevor es dann zum Essen in den Kubus ging, erklärte das Team Tischkultur den Seminarteilnehmern, auf welche Schwierigkeiten sie beim anschließenden Drei-Gänge-Menü stoßen würden.
Eltern und Abiturienten hatten unter der Anleitung von Frau Palzhoff bereits am Tag zu vor den Kubus zu einem Gourmettempel umgestaltet. Doch bevor sich die Teilnehmer an die Tische setzen konnten, mussten sie das eben Erlernte zuerst einmal anhand eines Deckmusters anwenden. Herr Kinkelin und Herr Beyerle sowie die Kniggementorinnen teilten sich auf die Tische auf, um die Schüler nach dem Prinzip „learning by doing“ zu beobachten. Herr Beyerle lernte seinerseits an seinem „Herrentisch“ sogleich ein paar neue Dinge zum Thema Tischkultur.
Bereits am Tag zuvor hat der Hobbykoch Dieter Dannenmann, der den meisten Schülern und Eltern am OHG durch sein jahrelanges Engagement bei den Suchtpräventionstagen bekannt ist, in Wildberg vorgekocht. Denn 100 Menüs in der winzigen Küche des Kubus’ vorzubereiten, war schlicht unmöglich. Unterstütz von Ingeborg Schenk und Sebastian Palzhoff kochte in Wildberg die Pasta in Riesentöpfen, brutzelte das Fleisch in den Pfannen und köchelte die Tomatensoße vor sich hin. All dies wurde in Windeseile nach Nagold gefahren. Dort hatten ein paar fleißige Mütter bereits den Salat vorbereitet. Nach Ankunft des warmen Essens und der Köche begann die Essenausgabe mit Hilfe von Eltern und Abiturienten. Dass jeder ein schmackhaftes und warmes Essen bekam, grenzt dabei an eine Meisterleistung.
Den Abschluss des Menüs bildete ein Dessertteller mit zweierlei Mousse. Diese Kreationen wurden bereits am Vortag von Annabel Ernst und Anne-Kathrin Schmelzle bestens angerührt.
Am Ende erhielten alle Teilnehmer eine Teilnahmebestätigung, mit der Bitte, das Gelernte im Alltag anzuwenden und im eigenen Umfeld selbst ein wenig „Kniggecoach“ zu werden. Bevor die Teilnehmer gegen 15:30 Uhr nach Hause gingen, meldeten sich 16 von ihnen für eine Ausbildung als Kniggementor an und alle bedankten sich ganz kniggegerecht bei den Verantwortlichen.
Das Spülen und Aufräumen beschäftigte die helfenden Eltern noch ein paar Stunden. Herr Ammer fuhr das geliehene Geschirr zurück zum Bauhof und entlastete damit die erschöpften Organisatorinnen dieses Seminars. Am Ende waren alle müde und sehr stolz darauf, ein Seminar für 74 Schülerinnen und Schüler und ein sehr gelungenes Drei-Gänge-Menü für 100 Personen auf die Beinen gestellt zu haben.
So etwas gibt es nur am OHG in Nagold mit vielen engagierten Eltern, Schülern und Freunden der Schule.
Wir danken Dieter Dannenmann, Ursula Krauter-Benz, der Stadt Nagold – Frau Häußler und den Mitarbeitern des Bauhofs -, Frau Öner und all den helfenden Händen, die nicht namentlich erwähnt wurden für ihre großartige Unterstützung.
Jutta Palzhoff, August 2010

Jutta Palzhoff und Birgit Gnerlich bei der Scheckübergabe in der Volksbank Nagoldtal zusammen mit Vorstandssprecher Jörg Stahl
Insgesamt 25.000 € stellte die Volksbank Nagoldtal-Stiftung im Rahmen ihres ersten SpendenAdventskalenders in Kooperation mit dem Schwarzwälder Bote Ende vergangenen Jahres für soziale Projekte in der Region zur Verfügung.
Auch der Förderverein des OHG hatte sich zusammen mit 31 weiteren Vereinen und Institutionen mit einem Projekt erfolgreich beworben und erhielt für sein Engagement als Belohnung einen Spendenscheck über 1.000 €. Das Kniggeprojekt kann dank dieser großzügigen Spende nun weiterlaufen.

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CD-Aufnahme aller Chöre und Bands

Zwei CD Produktionen am OHG:

1. VokalEnsemble CD
2. OHG-CD aller Ensembles

Das Konzert des VokalEnsembles am 15. Juni 2010 in der Nagolder Stadtkirche anlässlich seines großen Erfolges in Belgien wurde mitgeschnitten. Dies war die erste einer ganzen Reihe von Aufnahmen der verschiedenen Chöre und Ensembles des Otto-Hahn-Gymnasiums Nagold.
In der Stadthalle, beim Konzert der Chöre am 06. Juli 2010, wurde ebenfalls jedes Stück der unterschiedlichen Chöre, die es am OHG gibt, aufgenommen.
Am 7. Juli folgten die aufwendigeren Aufnahmen der beiden Big Bands: Schon früh am Morgen wurden Technik und Trennwände in einem geliehenen Kleinbus in die Alte Seminarturnhalle gefahren, die uns der Förderverein Alte Seminarturnhalle für zwei Tage kostenlos zur Verfügung stellte. Die Firma E.M.T. aus Gültstein stand uns mit guten Ratschlägen zur Seite und wir konnten dort all die Technik ausleihen, die weder an unserer Schule noch im Fundus einzelner Schüler vorhanden war.
Alles wurde aufgebaut, eingestellt, vermessen...Die Mitglieder der Senior Big Band übernahmen diese wichtige Arbeit, für die ein ganzer Tag eingeplant war. Herr Kalmbach sorgte für Essen und Getränke – alles war perfekt geplant und organisiert. Am nächsten Morgen erfolgte dann die Aufnahme der Senior Big Band. Die gute Vorbereitung machte sich bezahlt und gegen 13:00 Uhr war alles aufgenommen. Herr Brauer und die Junior Big Band standen bereits vor der Tür. Nach einem 6-stündigen Schultag waren die Schüler der Junior Big Band hochmotiviert und begannen sogleich mit ihrer Aufnahme. Gegen 17:00 Uhr war diese dann ebenfalls fertig.
Das war eine großartige Leistung. Am Ende sah man den Schülerinnen und Schülern an, wie geschafft sie waren. Herr Brauer brachte anschließend all die geliehene Technik zurück nach Gültstein und verschiedene Fahrer das restliche Equipment wieder an seinen Platz.
Leider waren die Aufnahmen vom Konzert der Chöre unvollständig und teilweise unbrauchbar, sodass 5er Chor, 6er Chor und Schulchor ein zweites Mal aufgenommen werden mussten. Dazu stand uns im November 2010 der Kubus für einen Tag zur Verfügung. Auch die Kammermusik AG musste ein zweites Mal aufgenommen werden. Diese Aufnahme erfolgte am 13. Januar 2011 im Musiksaal des OHG.
Der erste Teil der Nachbearbeitung der Aufnahmen der VokalEnsemble- CD durch Sebastian Palzhoff, unterstützt von Matthias Wurster, erfolgte bereits in den Sommerferien 2010. Johannes Ruf war für das Design der VokalEnsemble CD verantwortlich. Im Dezember 2010 wurde diese produziert und findet seit dem 10. Januar 2011 reißenden Absatz.
Nicht nur alle Aufnahmen, auch das Entwerfen eines Covers, eines Texteinlegers, die weitere Nachbearbeitung und der GEMA-Antrag für die OHG-CD fielen in die Verantwortung von Sebastian Palzhoff. Die Produktion erfolgte im Februar 2011. Die Kosten beider Produktionen und für das Ausleihen der Technik wurden vom Förderverein übernommen.
Die CDs können übers Sekretariat, über die beteiligten Musiklehrer oder über Jutta@Palzhoff.de erworben werden.

Wir wünschen Ihnen allen viel Spaß mit den beiden CDs und bedanken uns bei allen Beteiligten und denjenigen, die uns unterstützt haben. Vielen Dank an die Schulleitung, die für die erforderlichen Freiräume sorgte und an alle Musiklehrer für ihr großartiges Engagement.
Für den Förderverein, im Februar 2011, Jutta Palzhoff

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Internationales Musikfestival "VE-Neerpelt" in Belgien

VokalEnsemble des OHG ist international erfolgreich
Am Morgen des 30. April besteigt eine Gruppe von 54 Schülern der Klassen 10-13 einen Bus, der sie ins schöne Neerpelt (Belgien) bringt. Nein, dies sind keine Schüler, die sich ein verlängertes Wochenende gönnen. Es ist das Vokalensemble auf dem Weg zur ersten Prüfung seines Könnens. Beim 57. Europäischen Musikfestival für die Jugend stellen sich die Sängerinnen und Sänger der Konkurrenz und dem Urteil der fachkundigen Jury.
Das Festival findet jährlich um den ersten Mai statt und steht unter der Schirmherrschaft der Europäischen Union. Die Jury besteht aus internationalen, renommierten Dirigenten und Komponisten.
Trotz intensiver wöchentlicher Arbeit und Probentagen in Weikersheim lässt sich ein wenig Lampenfieber nicht unterdrücken, als die Sänger am Samstagmorgen vor der Kirche in Neerpelt auf ihren Auftritt warten. Doch nach den ersten Sekunden ist alle Nervosität wie weggeblasen und der Chor zeigt, wie sehr allen das Singen Spaß macht. Das Wettbewerbsprogramm umfasst 5 Stücke des aktuellen Repertoires. Das ganze Schuljahr haben sie auf diesen einen Moment hingearbeitet. Vor der Jury im belgischen Neerpelt erklingen Werke von Johannes Brahms, über ein von einem Juror eigens für den Wettbewerb komponiertes Pflichtstück bis hin zu einem Rammstein-Arrangement.
Mit strahlenden Augen verlassen die Schüler schließlich die Kirche. In Begleitung von Herrn Wurster, Herrn Meyer und Frau Bertsch-Nödinger wird die „Konkurrenz“ inspiziert. 4400 Sänger aus 26 Ländern haben an dem internationalen Festival teilgenommen. Dementsprechend ist die Aufregung am Abend bei der feierlichen Bekanntgabe der Ergebnisse noch einmal groß. Das Ergebnis ist unglaublich: 1.Preis! Damit hat das Vokalensemble in der Kategorie „gemischte Jugendchöre“ das beste Ergebnis erzielt. Am Sonntag steht noch ein Workshop an, bevor sich das VokalEnsemble am Montag wieder auf den Heimweg macht. Ohne die großartige Unterstützung des Fördervereins des OHGs, der diese Reise großzügig gesponsert hat, wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen, hierfür ein herzliches Dankeschön.
Für die moralische Unterstützung und die Motivation während der gesamten Reise danken wir Frau Bertsch-Nödinger und Herrn Meyer. Der größte Dank geht aber an unseren Chorleiter, Herrn Wurster. Vielen Dank, ohne Sie hätten wir das nie geschafft!

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Bradford Exchange 2010>

Anreise: (Zora) Unsere Fahrt nach Bradford begann am 15.05.2010 um 5.45 Uhr. Trotz der frühen Uhrzeit waren alle relativ wach und gut drauf. Als alles verstaut war, wurden alle Eltern noch einmal gedrückt und schon ging es los. Die Stimmung im Bus war die ganze Fahrt über gut. Es wurde geschlafen, gegessen, gesungen oder einen Film geschaut. Gegen Nachmittag erreichten wir Zeebrugge, wo wir dann mit der Fähre, die gegen Abend ablegte, weiterfuhren. Um halb 9 am nächsten Tag waren wir dann schließlich in Hull und fuhren wieder mit dem Bus weiter bis zu unserem Hotel, dem Holiday Inn Tong Village, in der Nähe von Bradford.

Montag: (Thomas, Luisa, David , Moritz) Nach der ersten Nacht im Holiday Inn starteten wir mit einem typisch englischen Frühstück in den Tag. Nachdem wir am Sonntag die Tong High School schon kurz von außen gesehen hatten, wurden wir von einigen Schülern durch die, selbst für unsere Verhältnisse, riesige und vor allem mit eigenem Schwimmbad und eigener Bibliothek sehr gut ausgestatteten Schule geführt. Der Besichtigung der Schule folgte der Besuch des Headingley Kricketgrounds, dem wohl berühmtesten Kricketstadions Englands. Nach einer Besichtigung aßen wir unsere Sandwiches während wir bei einem Kricketspiel zuschauten. Nach dem Mittagessen bekamen wir eine kurze Einführung in das Kricketspiel woraufhin wir zurück zur High School fuhren, wo wir zusammen mit einigen englischen Schülern Fußball spielten. Nach dieser sportlichen Betätigung ging es zurück ins Hotel, das wir nach kurzem Aufenthalt aber wieder verließen um nach Bradford hinein zu fahren um, als letzten Punkt an diesem Tag, Bowlen zu gehen.

Dienstag: (Peter, Dominik, Aaron, Andy) Am Dienstag starteten wir wieder den Tag mit einem typisch englischen Frühstück. Danach ging es ab nach Manchester um das Stadion von Manchester United, „Old Trafford“, eines der berühmtesten Stadien der Welt, zu besichtigen. Um die Wartezeit bis zur Führung zu verkürzen gingen wir in den ManU-Fanshop. Danach bekamen wir, bei sehr schönem Wetter eine tolle Führung durch das Stadion. Im Anschluss schauten wir uns das Museum von Manchester United an. Darauf gingen wir in die Tong High School und trafen unsere Austauschpartner und redeten mit ihnen. Am Abend fuhren wir mit dem Bus in ein großes Shoppingcenter um einzukaufen und Abend zu essen. Dies war ein sehr gelungener Tag.

Mittwoch: (Jeanette, Lisa W.,Lisa B.,Hanna, Natalie) Besuch im Nationalpark Yorkshire Dales mit Adrian dem Outdoor Education teacher der Tong High School. Nach einer kurzen Wanderung entlang eines Flusses stand das Erklimmen eines kleinen Wasserfalles an. Da es am Tag zuvor nicht geregnet hatte, meistern wir alle diese erste Hürde ohne größere Probleme, auch wenn dem einen oder anderen etwas flau im Magen war. Danach ging es weiter über die karstigen Hochebenen zur Malham Cove. Hier sagte Adrian:”Now you can abseil , if you want.” Und tatsächlich wollten sich fast alle Schüler diesen Adrenalinkick ,wenn man über die Klippe geht, nicht entgehen lassen.

Zum Abschluss des Tages wurden wir von Steve Gates , dem assistant headmaster zum Essen im pakistanischen Restaurant Lahore eingeladen. Weil hierzu auch noch viele der Austauschpartner dazukamen lernten wir uns besser kennen und hatten viel Spaß miteinander.

Donnerstag: (Sarah, Romy, Tobias) Am heutigen Donnerstag stand ein Besuch in den Klassen mit unseren exchange partnern an. Der Unterricht an unserer Schule ist lockerer und moderner gestaltet. So werden z.B nur active Boards verwendet, Schüler dürfen den Raum verlassen ohne zu fragen.
Nach den kurzen Einblicken ins englische Schulwesen besuchten wir den Top Rugby Verein in England. Die Bradford Bulls. Das Stadion der Bulls fasst 27500 Personen und ist somit eines der größten in England (für Rugbyspiele). Es folgte eine Führung und eine Einführung in die erfolgreiche Vereinsgeschichte der Bulls. Leider war diese Führung sicherlich nicht der Höhepunkt unseres Englandaufenthaltes.
Zurück in der Schule mussten wir erst die Sporthalle von Stühlen und Tischen befreien, bevor wir einigen Schülern der Tong Highschool Handball näher brachten. Nach einigen hinführenden Spielen versuchten wir am Schluss noch eine richtiges Spiel auf leider etwas flach geratene Tor.
Ob die Engländer das Spiel verstanden haben, bleibt offen, aber sicherlich hatten wir alle etwas Spaß zusammen. Am Abend stand noch ein traditionelles Fish n Chips dinner mit unseren Partner an. Ob es jedem geschmeckt hat, sollten wir nicht weiter besprechen. Auf jeden Fall ist der Ruf schlechter als die Realität. Zu unserer Überraschung gingen wir am heutigen Abend noch in den Pub. Bei gemütlicher Runde und Smalltalk ist der Abend ausgeklungen.

Freitag: (Lisa, Merve, Anna-Lena) Nachdem alle Koffer bereits im Bus verstaut waren, gingen wir ein letztes Mal in die Tong High School.Viele Schüler aus verschiedenen Jahrgängen und deren Lehrer hatten sich in der `Assembly Hall´ versammelt, um sich unsere Präsentationen über Nagold anzuhören. Danach überreichten wir unseren Austauschschülern die Gastgeschenke und mussten uns leider schon von ihnen verabschieden. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir in York, um dort unsere letzten Einkäufe zu erledigen. Dann war es Zeit zur Fähre zu fahren und dort unseren letzten gemeinsamen Abend zu verbringen.

Rückreise: (Zora) Die Rückfahrt verlief ähnlich wie die Hinfahrt, wir starteten von der Tong Highschool aus, nachdem wir uns alle verabschiedet hatten, und fuhren wieder nach York um, nach einem Shopping Aufenthalt in der Yorker Innenstadt, erneut die Nacht auf der Fähre zu verbringen. Diesmal fuhren wir allerdings nicht nach Zeebrugge sondern nach Rotterdam. Dann ging es wieder weiter mit dem Bus und wir waren alle pünktlich zum Fußball wieder zu Hause.

Abschließend möchten wir uns noch bei der Sparkasse Pforzheim Calw, bei der Volksbank Nagoldtal und vor allen Dingen beim Förderverein für die Unterstützung bedanken. Ohne ihren Beitrag wäre die ohnehin schon teure Fahrt nach England nicht finanzierbar gewesen.

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Oberstufeninformationstag im Februar 2010

Der vom Förderverein organisierte und durchgeführte Informationstag für Oberstufenschüler hat mittlerweile einen festen Platz im Schuljahr gefunden. So kamen am Samstag, dem 6. Februar 2010 ca. 150 Schüler und Eltern ins OHG, um sich über alles, was man über die Zeit nach dem Abitur wissen sollte, zu informieren.
Nach der Begrüßung durch den Förderverein und einem Grußwort des stellvertretenden Filialdirektors der Sparkasse Pforzheim Calw, Herrn Bäuerle, stellten sich alle 21 Referenten den Besuchern kurz vor und begaben sich dann in die einzelnen Räume, sodass die Veranstaltung wie eine Messe ablaufen konnte.
Drei Referenten für ein Duales Hochschulstudium standen den interessierten Schülerinnen und Schülern ebenso Rede und Antwort wie drei Studienbotschafter, vermittelt vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Baden-Württemberg, die unter dem Stichwort „G’scheit studiert“ jede Frage beantworten konnten.
Dem fehlenden Nachwuchs an sogenannten MINT-Berufen wirkten im Auftrag der Landesstiftung Baden-Württemberg zwei Biologinnen entgegen, indem sie mit COACHING4FUTURE das Interesse an naturwissenschaftlichen Berufen weckten.
Die Hochschule Calw war ebenso vertreten wie verschiedene Botschafter für all die Schülerinnen und Schüler, die sich nach dem Abitur sozial engagieren wollen, ein Auslandsstudium oder ein Jahr als Au Pair in Betracht ziehen.
Monatelange Vorbereitung und die Suche nach Referenten machten sich bezahlt und so standen neben einem Spezialisten für alle Fragen rund um Stipendien auch zwei örtliche Kreditinstitute zum Thema Studienfinanzierung und eine mögliche Karriere bei den Banken zur Verfügung.
Wichtige Tipps rund ums Thema Bewerbung von Mitarbeitern der BBQ Berufliche Bildung gGmbH ergänzten das vielfältige Angebot dieses Tages hervorragend.
Selbstverständlich war die Veranstaltung – wie alle Veranstaltungen des Fördervereins – für alle Teilnehmer kostenlos. Ebenso das angebotene Mittagessen für Teilnehmer und Referenten, bei dessen Vorbereitung die Eltern tatkräftig mitwirkten.
Der Hauptsponsor, die Sparkasse PF-CW, eine Finanzspritze der Stadt Nagold, die Unterstützung durch die Volksbank Nagoldtal e.G. und die Deutsche Bank Stuttgart trugen maßgeblich zum Erfolg dieser Veranstaltung bei.
In dieser Art und in diesem Umfang ist sie einmalig an einem Gymnasium in Baden-Württemberg, wie uns die Referenten bestätigten. Darauf sind wir stolz und garantieren beim nächsten Oberstufeninformationstag am 7. Mai 2011 in Verbindung mit der Bildungsmesse Top Job wiederum eine Vielzahl von unterschiedlichen Themen, die für unsere Oberstufenschüler interessant und hilfreich sind.
Jutta Palzhoff

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Alternative Stadtführung

Stuttgart – na klar, kennt man. Eine Stadtführung - warum das?
So mag vielleicht der eine oder andere Schüler der Klassen 10,11 oder des vierstündigen Gemeinschaftskundekurses gedacht haben, als die Exkursion nach Stuttgart angekündigt wurde, die im Rahmen der Unterrichtseinheit Sozialstaat stattfand. Es gab aber in der Tat einiges zu entdecken bei dieser Führung durch die Straßen Stuttgarts. Denn es stand die Seite Stuttgarts im Mittelpunkt, die Menschen am Rand der Gesellschaft erleben. Wo sie essen, sich vor Kälte oder Nässe schützen, ihre Kleider waschen oder wechseln, wo sie ärztlich versorgt werden oder sich ausruhen können. Dabei hinterließen nicht nur die besuchten Orte und die genannten Zahlen nachhaltige Eindrücke. Der „alternative Stadtführer“ Herr Schuler konnte obendrein aus eigener Erfahrung von Armut, Obdachlosigkeit und Sucht erzählen und brachte damit doch den einen oder anderen Schüler zum Nachdenken. Die Führungen, die von der Straßenzeitung trottwar durchgeführt wurden, ermöglichten es so, einen Blick aus einer anderen Perspektive auf das Thema Armut und Sozialstaat zu werfen und der theoretischen Seite im Unterricht ein sehr reales Gesicht zu geben.
Ein großes Dankeschön geht an den Förderverein des OHG, der diese Exkursionen unterstützt, indem er die Kosten für die Führung übernimmt.
Ralf Bieg / Juli 2010

Trott-war – Wege aus der Obdachlosigkeit – Wege aus der Sucht „Alkohol“ – Arbeit - Perspektiven - Selbstvertrauen
Am 26. September 2009 lud der Förderverein interessierte Mitglieder und Lehrer zur „Alternativen Stadtführung“ nach Stuttgart ein.
Die Alternative Stadtführung der Straßenzeitung Trott-war zeigt Nebenschauplätze Stuttgarts und möchte damit den Blick für das oftmals Übersehene öffnen. Bei einem zweistündigen Spaziergang durch Stuttgart verleihen Trott-war-Verkäufer dem Straßenpflaster ein für uns nicht gekanntes Gesicht: Das des Lebensraums von Alkoholikern und Trockenen, von Obdachlosen und welchen, die sich inzwischen in einem neuen lebenswerteren Leben etabliert haben.
Die Stadtführer erzählen aus eigener Erfahrung und führen an Orte, die in keinem Reiseführer erwähnt werden.
Sie zeigen uns Wege aus der Sucht und aus der Obdachlosigkeit, aber auch, wie schnell man aus seinem bisherigen Leben abstürzen kann.
Trott-war: Die Straßenzeitung wurde von engagierten Privatleuten und Journalisten gegründet. Trott-war arbeitet in allen Bereichen konsequent an der Beteiligung der Betroffenen, nicht an deren Versorgung. So übernehmen diese nach und nach wieder die Verantwortung für ihre Entscheidungen und ihre Perspektiven.
Unser Weg ging vom Marienplatz zur
Tagesstätte Olga 46: Kleiderkammer, Verkäufer, Vertrieb und Hoffnung
Schlupfwinkel: Auffangheim für Kinder und Jugendliche, die nicht mehr weiter wissen
Hans-Sach-Haus: Wohnhaus und Übergangsstätte für Alkoholiker und Obdachlose
Netzwerk Stiftung: Initiative, Hoffnung für Hilflose
Wir wanderten über den Marienplatz bis zum Charlottenplatz, über die Paulinenstraße bis zur Franziskusstube, die Wärmestube für Obdachlose, bis zur Leonhardkirche, die bis 1995 immer eine Mahlzeit für Bedürftige bereit hielt.
Erschreckend ist die zunehmende Zahl der Obdachlosen und Alkoholiker. Allein im Großraum Stuttgart sind ca. 950 gemeldete Obdachlose, die Dunkelziffer liegt bei geschätzten 6.000; gehen wir weiter, sind es in Baden Württemberg geschätzte 21.000, davon ca. 11 % Frauen und Kinder unter 16 Jahren.
Es war eine sehr interessante, erfahrungsreiche Stadtführung, die uns die andere Seite unseres Lebens zeigte, auch wenn uns alle während der Heimfahrt bedrückende Gedanken beschäftigten und wir uns - jeder für sich - die Frage stellten : Wie können wir unsere Kinder, unsere Familien, unsere Mitmenschen davor bewahren?
In Absprache mit der Schulleitung startet eine elfte Klasse im Rahmen der Unterrichtseinheit Sozialstaat den Versuch, diese Stadtführung in den Gemeinschaftskundeunterricht aufzunehmen und die Problematik somit praxisorientiert aufzugreifen. Immer mehr Jugendliche sehen die Gefahren von Alkohol, sozialem Abstieg mehr als Spaß denn als Realität. Falls sich die alternative Stadtführung als Erfolg erweisen sollte, können diese weitere interessierte Lehrer der Klassenstufe 11 mit ihren Klassen durchführen.
Der Förderverein des OHG, unterstützt dieses Projekt sehr gerne und stellt dementsprechend finanzielle Mittel zur Verfügung.
Elke Gerwig-Ganter / September 2009

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Geigenspende

Übergabe einer Geige vom Förderverein OHG Nagold e.V. an die Schulleitung
Am Otto-Hahn-Gymnasium in Nagold wird Musik ganz groß geschrieben. Dies spiegelt sich unter anderem in den zahlreichen Konzerten der unterschiedlichen musikalischen Formationen wieder, die in letzter Zeit aufgetreten sind bzw. noch auftreten werden.
Ein Problem, das diese musikalische Vielfalt mit sich bringt, ist die große Anzahl der Musikinstrumente. Nicht alle Instrumente können von der Schule angeschafft werden. Und so sieht man regelmäßig Eltern, die ein Mal wöchentlich ein Cello, ein Akkordeon und weitere wertvolle, und sperrige Instrumente zur Schule transportieren, denn oftmals ist der Transport mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich.
Zumindest die Geigenspieler am OHG können jetzt aufatmen. Der Förderverein OHG Nagold e.V. hat eine gebrauchte Geige erworben. Im Rahmen der Feierlichkeiten zur Abiturientenverabschiedung wurde diese am Samstag, den 21. Juni 2008 von der Vorsitzenden Frau Birgit Gnerlich dem Schulleiter Herrn Walter Kinkelin für die Schule als Spende überreicht.

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Knigge im Schuljahr 2008/2009

Am 29. April war es endlich so weit: Der erste Knigge-Workshop konnte nach langer und intensiver Vorbereitungszeit am OHG stattfinden.
Gekleidet wie zu einem Bewerbungsgespräch erschienen die 18 Teilnehmer der Klassenstufe 9 um 9:15 Uhr im KOC, dem Seminarraum im OHG II, für diesen Tag. Ihren Gesichtern war anzusehen, dass sie nicht sicher waren, was sie erwartete. Außerdem verstärkte der Anblick all der anwesenden Trainer und begleitenden Erwachsenen in ihren dunklen Anzügen, darunter auch Schulleiter Walter Kinkelin, die vorhandene Spannung.
Doch spätestens nach den Begrüßungsworten von Silke Haist, der verantwortlichen Mitarbeiterin der Deutschen Bank Stuttgart für Training und Coaching, war allen Anwesenden klar, dass der Spaß an diesem Tag nicht zu kurz kommen würde. Bei der Vorstellungsrunde nach den Erfahrungen mit Knigge gefragt, gaben die 17 Schülerinnen und ein Schüler zwischen 14 und 16 Jahren dann auch unumwunden zu, sich bisher noch nicht viele Gedanken dazu gemacht zu haben. „Nur wenn die Eltern oder Großeltern sagen: Benimm dich mal !, denkt man an das Kniggebuch im Bücherregal der Eltern“.
Der erste Teil des Seminars wurde von Frau Haist gestaltet und handelte von der Kunst, sich vorzustellen. Dabei wurden verschiedene Situationen aus dem Alltag behandelt. Die Antworten des dazu vorbereiteten Quiz’ trugen einerseits zur Erheiterung bei, machten andererseits aber auch deutlich, wie sicher die jungen Leute bereits durch einen Tanzkurs oder ähnliche Erfahrungen waren.
Der zweite Teil, angemessene Kleidung, wurde von Oliver Hugo und Alexander Köhne, ebenfalls Mitarbeiter der Deutschen Bank, bestritten. Auf anschauliche Weise lernten die Teilnehmer, was in Sachen Kleiderordnung beachtet werden muss. Die Tabus für Sie und Ihn wurden dabei genauso besprochen wie die Bedeutung der Bezeichnungen business, casual, „Come as you are“, usw.
Nach einer kurzen Frühstückspause ging es dann mit dem dritten Teil, Taktgefühl im Alltag, Grundregeln der Rhetorik, Körpersprache und Small Talk weiter. Dieser wichtige Baustein wurde von Karin Jugenheimer, Knigge-Trainerin, die unter anderem Kurse bei der VHS Herrenberg abhält, referiert. Das Thema Bewerbungsgespräch wurde dabei als eine der künftigen Situationen im Leben der jungen Menschen herangezogen. Dass es dabei viele Fettnäpfchen gibt, und wie man mit diesen souverän umgeht, lernten alle Beteiligten recht schnell, wie auch der lebendige Austausch zwischen den Seminarteilnehmern und der Trainerin zeigte.
Bevor es dann zum Essen in das Restaurant Burg ging, erklärte Frau Jugenheimer noch das Wichtigste zum Thema Tischkultur.
Die Familie Merkle hatte in ihrem nur einige Schritte vom OHG entfernten Restaurant bereits alles vorbereitet. Doch bevor sich die Teilnehmer an die Tische setzen konnten, mussten sie das eben Erlernte zuerst einmal anhand eines Deckmusters anwenden. Die drei bereits erwähnten Mitarbeiter der Deutsche Bank, Frau Jugenheimer, Herr Kinkelin, Jutta Palzhoff vom Förderverein des OHG und Birgit Gnerlich als Repräsentantin der Deutschen Bank Stuttgart und des Förderverein des OHG teilten sich auf die fünf Tische auf, um die Schüler nach dem Prinzip „learning by doing“ anzuleiten.
Hier auch unser Dankeschön an Frau Gnerlich, die diesen Kurs über die Deutsche Bank ermöglicht und verantwortlich mit gestaltet hat.
Der „Gruß aus der Küche“, das Tomatensüppchen, das Stubenküken mit Bandnudeln und als krönender Abschluss der „Hausgemachte Eisgugelhupf mit frischen Früchten“, boten reichlich Gelegenheiten, um die Tischmanieren zu verbessern und in Zukunft kniggesicher ein Festmahl genießen zu können.
Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmer Kursunterlagen und eine Teilnahmebestätigung, mit der Bitte, das Gelernte im Alltag anzuwenden und im eigenen Umfeld selbst ein wenig „Kniggecoach“ zu werden. Bevor die Teilnehmer gegen 15:30 Uhr nach Hause gingen, füllten Sie einen Fragebogen aus und bedankten sich ganz kniggegerecht bei den Verantwortlichen.
Dieser Pilot Workshop KNIGGE wird sicherlich nicht der letzte am OHG bleiben. Ziel der Verantwortlichen ist es, ihn jedes Jahr für die Klassenstufe 9 durchzuführen. Ob für 2010 wieder ein so großzügiger Sponsor wie die Deutsche Bank, die nicht nur 4 Mitarbeiter sondern auch alle finanziellen Mittel zur Verfügung stellte, gefunden wird, bleibt abzuwarten.
Jutta Palzhoff


Auf Anregung von Schülern, die im Förderverein als Ausschussmitglieder vertreten sind und sich ein besseres Benehmen der Mitschüler wünschen, wurde das Kniggeseminar für Klasse 9 im Jahr 2009 eingeführt. Geplant, finanziert und ausgerichtet wird dieses vom Förderverein.
Die Aufgabe des eintägigen Seminars, das kurz vor den Sommerferien stattfindet, ist es, den Teilnehmern Sicherheit im Umgang mit anderen Menschen, in bekannten und unbekannten Situationen zu vermitteln.
Es setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen, deren Inhalte im Einzelnen sind:
  1. Die Kunst, sich vorzustellen - Anrede, Begrüßung, Vorstellung, Small Talk
  2. Taktgefühl im Alltag - Grundregeln der Rhetorik, Körpersprache, Verhalten im Theater usw.
  3. Kleidung und persönliches Auftreten - Erklären der gängigen Dresscodes, Dos und Don’ts in Sachen Kleidung
  4. Bewerbungsgespräch simulieren - Vorbereitung für BOGY, Vermeiden von Fettnäpfchen, Antworten auf häufig gestellte Fragen
  5. Tischkultur und Essen in einem Restaurant
  6. Verhalten in der Schule gegenüber Mitschülern und Lehrern - Aufmerksames Zuhören, ausreden lassen, Körperhaltung usw...
Vom Förderverein ausgebildete Kniggementoren unterstützen hierbei die Referenten, die aus Vorstandsmitgliedern des Vereins und externen Referenten bestehen. Ziel ist es, das Seminar für alle Schüler der Klassenstufe 9 anbieten zu können.
Zusammen mit den OHG-Kniggementoren wird das Seminar auch an anderen Schulen abgehalten. Die Teilnehmer erhalten ein Zertifikat, das ihre Teilnahme bescheinigt und dem Schülerportfolio beigefügt werden kann. Die Mentoren erhalten ein Zertifikat, das ihre Ausbildung bestätigt und ebenfalls dem Portfolio beigefügt werden kann.
Die Kniggeschulung ergänzt im Sinne des Leitbilds die schulische Ausbildung der Schüler des OHG.
Jutta Palzhoff

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Oberstufeninformationstag September 2008>

Eindrücke von der Informationsveranstaltung "Rund ums Studium" am 20. September 2008


Was kommt eigentlich nach dem Abi??? Und wie läuft das mit dem Studieren???
Am 20. September 2008 veranstaltete der Förderverein des OHG Nagold e. V. einen Informationstag für uns Schüler der Oberstufe und der 10. Klassen zu Fragen „Rund ums Studium“ sowie zu einem Highschool-Jahr im Ausland in der 11. Klasse.
Ziel der Veranstaltung war, uns Schülern Orientierung und Beratung in Bezug auf die bevorstehende Entscheidung „Was tun nach dem Abi?“ zu geben und uns über Wege, das richtige Studium zu finden und den richtigen Umgang mit zukünftigen Problemen im Alltag, wie z. B. den Umgang mit Geld, aufzuklären.
Dazu konnten wir in der Zeit von 10.00 - 14.00 Uhr unterschiedliche Workshops zu den Themenbereichen "Lohnsteuerhilfe", "Schuldenfallen", "BAföG"“, "Studienkredite", "Auslandsjahr nach dem Abi" und "Rund ums Studium" besuchen.
67 Schüler und 10 Eltern hatten sich dazu angemeldet.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von der Vorsitzenden des Fördervereins, Frau Birgit Gnerlich. Ein weiteres Begrüßungswort sprach unser Schulleiter, Herr Kinkelin, der Frau Gnerlich und der Deutschen Bank für das Zustandekommen der Veranstaltung dankte. Für die Leitung der verschiedenen Workshops hatte der Förderverein drei Studienbotschafter aus verschiedenen Hochschulen Baden-Württembergs, Frau Claudia Kipp vom Reiseveranstalter Travel Works in Münster, Frau Anette Rickelt von der Schuldnerberatung Nagold, Frau Wöhrle von der Lohnsteuerhilfe Baden-Württemberg sowie Frau Kristina Schele von der Deutschen Bank zum Thema Studienkredite und Frau Ayla Güney zum Thema BAföG eingeladen.
Kurz wurden die Themen vorgestellt, um einen Gesamtüberblick zu vermitteln.
Dann erhielt jeder Schüler eine eigene Mappe, die Schreibmaterial und Informationen, wie z.B. über Grundbegriffe im Studenten-Banking, und ein Schülerhandout mit E-Mail- und Internet-Adressen für weitere Fragen enthielt. Jeder Teilnehmer hatte Zeit, an zwei Workshops teilzunehmen.
Nach einem kostenlosen Frühstück ging es auch schon in die erste Informationsrunde. Hier hatte ich das Thema „Auslandsjahr nach dem Abi“ ausgewählt. Frau Claudia Kipp von Travel Works gab einen kurzen Überblick über den möglichen Ablauf eines solchen Jahres mit einem gewinnorientierten Veranstalter.
In der 2. Informationsrunde „Rund ums Studium“ vermittelten die Studienbotschafter der Hochschulen Karlsruhe, Pforzheim und Tübingen, Olesya Isaenko, Julia Treitz und Benjamin Kober einen direkten Einblick in den Weg, das richtige Studium zu finden. Die einzelnen Vorträge zur richtigen Studienwahl bzw. dem richtigen Weg ins Studium, zur Bewerbung und Zulassung, zum Bewerbungsverfahren, zu der Organisation des Studiums und zu den Hochschularten wurden von den Studienbotschaftern sehr anschaulich gestaltet und von ihren eigenen Erfahrungen ausgehend berichtet. Dank des nicht allzu hohen Altersunterschieds konnten sie sich noch gut in uns Oberstufenschüler hineindenken. Wir bekamen Tipps, wie man sich am besten vor einem Studium informiert und wie man sich auf Eingangstests einer Universität oder einer anderen Hochschule vorbereiten kann. Ebenso konnten wir Fragen nach den Auswahlkriterien der verschiedenen Hochschulen stellen.
Eine Übersicht über die Studienstruktur, die den Ablauf eines Studiums schematisch aufzeigt, und eine Vergleichstabelle der einzelnen Hochschularten lieferten ein gutes Bild über die einzelnen Zukunftsmöglichkeiten.
Die Veranstaltung bot uns Hilfe und Orientierung bei vielen Fragen zu unserer Zukunft. Sehr wichtig war für mich auch der Hinweis, vor der Wahl des Studiums die verschiedenen Informationsveranstaltungen an den Hochschulen zu besuchen, die in der Regel im Frühjahr angeboten werden bzw. dort auch einmal eine "Besuchswoche" einzuplanen.
Mir hat der Informationstag insofern gut gefallen, als mir eine Übersicht über den Weg nach dem Abitur anschaulich vermittelt werden konnte und persönliche Fragen dazu direkt beantwortet wurden.
Ein herzliches Dankeschön geht dafür an die Organisatorinnen der Veranstaltung, Frau Birgit Gnerlich und Frau Jutta Palzhoff.
Helen Hauk, Klasse 11 b




Die Anforderungen an Schulabsolventen werden immer höher, und längst können Schule und Elternhaus nicht mehr alle Belange im Hinblick auf einen guten Start ins Studien- und Berufsleben abdecken. Hinzu kommen Fragen und Unsicherheit wegen der Umstellung auf Bachelor und Master.
Die Schulabgänger fühlen sich nicht wirklich „fit fürs Leben“.

Der Förderverein OHG Nagold e.V. hilft mit, diese Lücken zu schließen, und veranstaltet in jedem Schuljahr einen Informationstag für die Oberstufe.

Die Themen decken ein breites Spektrum von Möglichkeiten ab, die den Schülern nach dem Abitur offen stehen. Anregungen von Schülern, Eltern und Lehrern werden dabei berücksichtigt, so dass Themen und Referenten jährlich wechseln können.
Die bisher vorgestellten Themen decken u. a. den Wunsch nach sozialem Engagement und nach einem Auslandsaufenthalt ab. Informationen zu Au Pair, Auslandssemester, FsJ. FöJ, Zivildienst im Ausland erteilen folgende Referenten: Ehemalige OHG-Schüler, Hilfswillige des akademischen Austauschs der UNI Tübingen, Botschafter der Diakonie Stuttgart, Botschafter der Organisation WISE (weltweite Initiative für Soziales Engagement e.V.) und des Bundesprogramms „weltwärts“.
Informationen zum Studium an unterschiedlichen Universitäten und Hochschulen und zum Dualen Hochschulstudium. Referenten sind Studienbotschafter, die unter dem Motto „G’scheit studiert“ alle Fragen rund ums Studium beantworten. Sie werden vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg vermittelt. Die am OHG vorgestellten Fachrichtungen richten sich nach den Studienwünschen der Schüler, die zuvor durch eine Umfrage erhoben wurden. Für Fragen zu M.I.N.T.- Berufen stehen Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker unter dem Motto „coaching4future“, im Auftrag der Landesstiftung Baden-Württemberg gGmbH, zur Verfügung. Für das Duale Hochschulstudium örtliche Banken, Studenten der Fachhochschule Calw sowie Vertreter großer Firmen, die meist aus den Reihen der Eltern kommen.
Und nicht zuletzt informieren zu den Themen BAföG, Studienfinanzierung und Stipendien Referenten des Amtes für Ausbildungsförderung beim Studentenwerk Tübingen-Hohenheim, für Hochschulpolitik bei Südwestmetall, von Banken und Sparkassen.
Zum Thema Bewerbertraining stehen uns Mitarbeiter von BBQ, Berufliche Bildung gGmbH, zur Verfügung.

Es handelt sich hierbei um eine Veranstaltung, die vom Förderverein initiiert, geplant, finanziert und ausgerichtet wird. Sie wird kostenlos angeboten, die Teilnahme ist freiwillig.
Im Hinblick auf die Vielzahl der Themen und Referenten ist der Informationstag für Oberstufenschüler des OHG einmalig in Baden-Württemberg. Somit gelingt es uns, unsere Abiturienten bestens auf das, was sie nach ihrer schulischen Laufbahn erwartet, vorzubereiten.
Jutta Palzhoff

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SMV Fortbildung – Wie gestaltet man eine Besprechung?>

Am Samstag, 17. Oktober 2009, fand eine interessante Fortbildung für Mitglieder der SMV statt, die der Förderverein des OHG angeregt und geplant hatte. Geleitet wurde sie von Melanie Herr, einer Assistentin eines Abteilungsleiters bei der Firma LGI (Logistics Group International), die uns unter anderem erklärte, wie man sich auf eine Besprechung (ein Meeting) vorbereitet. Die Fortbildung verlief sehr offen; Frau Herr bezog uns sehr gut in ihren Vortrag mit ein und es war sehr interessant für uns von einer erfahrenen Person zu hören, welche Erfahrungen sie bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbearbeitung von Besprechungen gemacht hatte.

Folgende Schwerpunkte waren der Inhalt unserer Fortbildung:

  1. Besprechungen
    Besprechung strukturiert vorbereiten und planen (Teilnehmer? Ort? ...)
    Besprechung leiten und durchführen (Raumausstattung, Hinweisplakate, Catering...)
    Besprechung nachbereiten (Protokolle weiterleiten, Pressemitteilung...)
  2. Protokoll mit Aktionspunkten - Aufbau und Inhalt
  3. Pressemitteilung – Aufbau und Inhalt
  4. Zeitgestaltung – Einteilung, Zeitmanagement...

Am Ende der Fortbildung simulierten wir gemeinsam eine Besprechung, die sich um das SMV-Wochenende drehte. Durch die gute Verteilung der Aufgaben und die Anordnung der Besprechungspunkte wussten wir danach, was noch vorzubereiten war und wie die Aufgaben verteilt werden sollten. Wir lernten auch, wie wichtig es ist, alles genau geplant zu haben. Für den Einzelnen ist es bei guter Planung im Nachhinein einfacher, denn die aus der Besprechung resultierenden Aufgaben verteilen sich auf mehrere Schüler.
Für diese ergebnis- und informationsreichen Stunden wollen wir uns nochmals ganz herzlich bei dem Förderverein, insbesondere bei Frau Palzhoff, Frau Gerwig-Ganter und Frau Gnerlich und natürlich bei unserer Leiterin, Frau Melanie Herr, bedanken.
Wegen des Erfolgs wird diese Fortbildung nun für alle neuen SMV-Mitglieder am Anfang des Schuljahres durchgeführt.
Julia Rosenlöcher, Schülersprecherin

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Sozialpreise 2009>

Unterstufe - Pauline Haag, Sina Rähle

Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen – das ist das Motto der berühmten drei Affen. Aber so gehen die OHG-Schülerinnen Pauline Haag und ihre Freundin Sina Rähle nicht durch die Welt. Beide kennen sich vom vom Engagement im Kinderchor Emmingen, beide kicken leidenschaftlich gerne, mögen Musik, besonders Gitarre, und sind erst vor kurzem in der bezaubernden Aufführung des Musicals „Emil und die Detektive“ zu sehen gewesen. Und beide fahren täglich mit vielen anderen Mitschülern aus Emmingen im Schulbus. Eben da erlebten die Mädchen eine Situation, die ihnen höchst bedenklich vorkam. Ein Mitschüler musste sich im Bus übergeben und wurde daraufhin "rausgelassen", während der Bus weiterfuhr.
Den beiden Mädchen war unwohl dabei, dass sie selbst nicht mit aussteigen konnten, aber kaum in Emmingen angekommen, schnappten sie sich das Handy, versuchten auch, die Mutter des Mitschülers zu verständigen, und eilten dann zu Fuß die Landstraße zurück, wo sie ihn in einer misslichen Situation und allein gelassen vermuteten.
"Wir dachten, der kippt um, fällt vielleicht ohnmächtig auf die Straße", so Pauline. "Und wir hatten Angst um ihn", ergänzt Sina. Obwohl Paulines Bruder erst wenige Monate zuvor von einem Bus eben an der Stelle angefahren worden war, reagierten die beiden Mädchen trotz ihrer Aufregung überlegt und konsequent. Als sie den Mitschüler dann zu Fuß erreichten, um ihm zu helfen, kam unerwartete Unterstützung durch einen vorbei fahrenden Lehrer, und schließlich traf auch die Mutter des Jungen ein, die die Mädchen alarmiert hatten.
Für diesen Akt der Zivilcourage, des beherzten Eingreifens für einen Mitmenschen in einer Notlage erhielten die beiden Schülerinnen den OHG-Sozialpreis für die Unterstufe.

Mittelstufe - Olivia Binder, Tilman Hauk, Wolfgang Köbele

Sie haben einen strammen Stundenplan, haben Hobbies und Träume wie andere in ihrem Alter auch – und trotzdem haben sie sich mit vielen Ideen, mit Zivilcourage und Energie für ihre Klasse in besonderer Weise eingebracht: Die Schüler Olivia Binder, Tilman Hauk und Wolfgang Köbele sind ein starkes Dreiergespann, das den vom OHG-Förderverein ausgelobten Sozialpreis für die Mittelstufe entgegennehmen durfte.
Olivia ist eine begeisterte Schwimmerin und Hip-Hop-Tänzerin, hat das "Theater-Gen" ihrer Mutter geerbt und spielt gerne Keyboard. Doch hat die 14Jährige mit dem Berufswunsch Ärztin oder Physikerin auch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, mit dem sie sich, unterstützt von ihren beiden Mitschülern, in vielen kniffligen Situationen für die Klasse einsetzte.
Auch Wolfgang, leidenschaftlicher Geräteturner und ein "Käpsele" im naturwissenschaftlichen Bereich – zweimal hat er bei "Schüler experimentieren" mit zwei Kollegen den 2. Preis abgeräumt – hat ein hohes soziales Gespür, mit dem er im vergangenen Schuljahr manche Wogen zwischen Lehrern und Schülern in der Klasse glätten konnte, sei es, wenn es darum ging, eine Benotung für die ganze Gemeinschaft zu revidieren, sei es, um mögliche Fronten zu enthärten und die Kommunikation konstruktiv zu verbessern.
Tilman, seit Jahren aktiver Handballer, Sänger bei den Aurelius-Sängerknaben und eifriger Teilnehmer in Kursen der Jugendkunstschule, ist erstaunlich reif und besonnen. Und so hat er zusammen mit „Olli“, wie sie liebevoll genannt wird, und Wolfgang auch auf sich genommen, die Renovierung des Klassenzimmers zu organisieren, vom Besorgen preiswerter Farbe im Bekanntenkreis bis hin zur Koordination der verschiedenen Arbeitsschritte. Und auch beim Vorbereiten des Schulfestes "Einmal um die Welt", bei dem sich die Klasse dem Thema Mallorca widmete, waren Olivia, Tilman und Wolfgang die Zugpferde.
Während manche Mitschüler sich eher frustriert oder desinteressiert zurückzogen, waren die drei Sozialpreisträger nicht nur immer wieder die „Schaffer“, wie Wolfgang kommentiert, sondern sie haben mit Nachhilfe für schwächere Schüler der Klasse und ihrem vermittelnden Einsatz in schwierigen Lernsituationen erheblich zur Verbesserung des Lernklimas beigetragen. Gemeinschaftssinn und soziales Engagement sind für viele Teenager nicht ganz oben auf der Prioritätenliste, und deshalb ist es ganz besonders achtenswert, dass sich das starke Trio unermüdlich in und für Diskussionen zwischen Lehrern und Schülern einsetzte und die Klasse zu konstruktiven Dialogen mitzog.

Oberstufe - Diana Ewert

Gerade erst hat sie Einzug in den neu gewählten Jugendgemeinderat gehalten, doch statt zu chillen, büffelt Diana Ewert in den Ferien an einer Sprachenschule im Ausland Englisch. Überhaupt ist die Zwölftklässlerin des OHG an vielen Fronten, vor allem im sozialen Bereich, aktiv und zieht mit ihrer Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit viele andere mit, zum Beispiel als Schülermentorin oder im CVJM-Anspielteam ihrer Heimatgemeinde Wildberg.
Der besondere Einsatz rund um die Knochenmark-Spendeaktionen der vergangenen Monate für die Lehrerin Stefanie Gunzenhäuser, bei denen Schüler, Eltern, Lehrer des OHG wie ein Baum zusammenstanden und als Gemeinschaft weiter zusammenwuchsen, hat Diana Ewert den OHG-Sozialpreis für die Oberstufe eingebracht. Seit sieben Jahren ist Diana in der Theater-AG des OHG aktiv, hat jüngst in der Dramatisierung des "Tagebuch der Anne Frank" mitgewirkt, aber trotz ihrer Leidenschaft fürs Theater und für den Formationstanz findet sie immer wieder Raum und Energie für soziale Engagements.
Als sie vom schweren Schicksal ihrer Sportlehrerin erfuhr, hielt sie zunächst per Brief und Postkarten Kontakt zu ihr und motivierte auch Mitschüler, sich Gedanken zu machen, wie die erforderlichen Gelder für die Typisierungsaktion zusammengebracht beziehungsweise aufgestockt werden könnten. Bei der Typisierung selbst brachte sich Diana Ewert mit der Organisation der Kinderbetreuung ein.
Da viele jüngere Schüler eigene Hilfsaktionen planten, hatte Diana Ewert die Idee, die Oberstufenschüler gezielt anzusprechen, um durch eine Blutspende bei der Zentrale in Tübingen (Gegenwert 25 Euro)zum Spendenkonto beizutragen. Neben ersten hartnäckigen und immer wieder zähen Verhandlungen mit der Blutspendezentrale suchte Diana, die wegen ihres jugendlichen Alters noch nicht selbst als Spenderin in Frage kam, jede einzelne Oberstufenklasse auf, bis sie 64 Blutspendewillige gefunden hatte. Zwar war, nach weiteren Verhandlungen, zunächst ein Busunternehmen bereit, die Schülergruppe an einem Nachmittag nach Tübingen und zurück zu fahren, doch gestaltete sich die Koordination mit der Tübinger Zentrale als schwierig. Diana und ihre Mitschüler ließen sich nicht entmutigen. In den Osterferien gingen E-Mails mit Anfahrtsskizzen und organisatorischen Details hin und her, während Diana Fahrgemeinschaften zu koordinieren versuchte, die zu vier verschiedenen Terminen nach Tübingen fahren sollten. "Nebenher" war der Schulalltag mit Klausuren und anderen Verpflichtungen zu bewältigen, die immer wieder revidierten Organisationslisten für die Blutspendeaktion mussten teilweise kurzfristig abgeändert werden, doch Diana Ewert fand immer wieder eine Lösung in kniffligen Situationen. Schließlich kamen 28 der Blutspendewilligen als Blutspender in Frage, denn inzwischen war das Abitur in vollem Gange, und Impulsgeberin Diana begleitete als "mentale Unterstützung" immer wieder die Gruppenfahrten nach Tübingen.
Nicht nur für die Elftklässlerin selbst war diese Aktion eine wichtige Lebenserfahrung, sondern auch für diejenigen, die sie motiviert hatte. Denn einige haben sich während der Wartezeiten als Organspender eintragen lassen und wollen auch in Zukunft regelmäßig Blut spenden.
Dank des unermüdlichen Einsatzes von Diana, für den sie mit dem Sozialpreis der Oberstufe ausgezeichnet wurde, konnten durch die von ihr initiierte Blutspendeaktion schließlich 700 Euro dem Spendenkonto der DKMS (Deutsche Knochenmark-Spenderdatei)zugeführt werden.

Sondersozialpreis für die SMV

Einerseits haben sie einen "Job" mit einer wirklich heftigen Termin- und Aufgabenfülle, um den sich eher wenige reißen, doch andererseits wurden sie von der OHG-Schülerschaft als deren Vertreter in das SMV-Gremium (Schülermitverantwortung) gewählt, genießen also deren besonderes Vertrauen, stehen aber auch in der Pflicht – und manchmal zwischen vielen Fronten.
Der Terminplan von Vera Link und Kim Scheel, Schülersprecherinnen des OHG, beinhaltet eine ganze Reihe von Aufgaben, nicht nur in der täglichen SMV-Arbeit, in der Zusammenarbeit mit Lehrerschaft und Schulleitung, in der Schulkonferenz, beim Kommunizieren und Vernetzen, Organisieren und initiativen Durchführen von schulischen Veranstaltungen, sondern sie stehen oft auch in der aller ersten Reihe des SMV-Teams, wenn es um ganz besondere Anliegen und Einsätze im OHG geht. Dass sie dabei nicht nur Ausdauer, Mut, Konsequenz zeigen und dabei stets ein offenes Ohr haben, sondern auch – so Schulleiter Walter Kinkelin – immer guter Laune sind, ist erstaunlich. Wie gut, ja außerordentlich gelungen diese Teamarbeit im vergangenen Schuljahr war, wurde von vielen OHG-Schülern, der Elternschaft und schließlich dem Förderverein der Schule mit einem Sonder-Sozialpreis für das ganze Team um die beiden Zwölftklässlerinnen anerkannt.
Zum SMV-Team gehört auch Lucas Braun, der als Mensch mit vielen Talenten gilt, einer großen Wachheit und Motivation für Situationen, in denen er andere unterstützen kann, und er hat beim Sponsorenlauf, bei der Typisierungsaktion (wir berichteten darüber)und beim Schulfest besonderen Einsatz gezeigt. Mit viel Kreativität und Engagement, mit unablässiger Geduld und Beharrlichkeit von der Basis aus den täglichen Schulalltag, oft im Kleinen und in der Stille wirkend, zum Wohle aller mitzugestalten, macht die großartige Arbeit des Teams aus. Das Schulfest mit dem Motto "Einmal um die Welt", das sie mit allen Klassen auf die Beine stellten, krönte einige Monate ganz besonderer Einsätze und Aktionen zur Gewinnung eines Knochenmark-Spenders für eine schwer erkrankte Lehrerin und fand ein sagenhaftes Echo.
Darüber hinaus haben Kim, Vera, Lucas und ihre „Kollegen“ beim SMV-Arbeitswochenende verschiedene neue Weichen gestellt. Sie haben über eine mögliche "Schulkleidung" beratschlagt, dann in Kooperation mit der Juniorfirma des OHG auf Grund einer Umfrage unter allen Schülern eine Kollektion entworfen, die zum Verkauf angeboten werden soll - T-Shirts und Kapuzenpullis in je drei verschiedenen Farben -, und es liegen bereits etwa 500 Bestellungen vor. Doch die SMVler möchten sich nicht allein die berühmte Nelke ins Knopfloch stecken, sondern den Sonderpreis gemeinsam mit ihren ebenso ausgezeichneten Mitschülerinnen Marilena Anton und Romina Walz genießen. Die beiden Oberstufenschülerinnen, obschon ohne „Posten“ in der SMV, haben sich ebenfalls unermüdlich eingesetzt, auch für das Angebot einer Kinderbetreuung während der Typisierungsaktion im Februar. Das Mögliche immer wieder versuchen (und manchmal auch das schier Unmögliche), um im eigenen Lebensumfeld konstruktive Veränderungen für alle zu erreichen – dafür stehen die fünf jungen Leute, deren Engagement mit dem Sozial-Sonderpreis gewürdigt wurde.

Barbara Rennig

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